Unfälle in Europa im Jahr 2018

(3 getötete und 25 verletzte FA)

Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.


- Gebäudebrand - extremes Brandphänomen - zwei getötete FA, ein Verletzter

(ps) Estrée-Blanche (Frankreich). Aus bisher ungeklärter Ursache kam es gegen 2.30 Uhr zu einem Brand in einem Wohnhaus. Da noch zwei Personen im Haus vermisst wurden, wurde ein Innenangriff eingeleitet. Während dem Vorgehen im Obergeschoss kam es zu einem extremen Brandphänomen. Zwei Feuerwehrmänner (21 und 32 Jahre) der Freiwilligen Feuerwehr Lillers wurden tödlich verletzt. Ein dritter Feuerwehrmann (21 Jahre) versuchte ihnen zu helfen, er wurde dabei schwer verletzt.

Ein Teenager und ein junger Erwachsener entkamen den Flammen leider nicht mehr, sie starben ebenfalls. Die Mutter (schwer verbrannt) und der Vater wurden vom Notarzt und der Feuerwehr versorgt und in Lille und Saint-Omer hospitalisiert.

Für die eingesetzten Feuerwehrleute wurde umgehend eine psychologische Betreuung eingerichtet.

[update vom 8. Januar 2018] Pressemitteilung:

Welche Umstände könnten zu diesem tragischen Ergebnis geführt haben? "Brände können komplex und sehr gewalttätig sein", beginnt Oberst Philippe Rigaud, Leiter der Feuerwehr des Département Pas-de-Calais. Was den Brand von Estrée-Blanche charakterisiert, ist die Wucht des Feuers „in der geschlossenen Umgebung eines kleinen Hauses. Er erwähnt eine mögliche "Rauchgasdurchzündung, bei der sich heiße Gase angesammelt haben und entzündeten."

Laut Alain Delannoy, Präsident des SDIS Pas-de-Calais, gingen Arnaud Dauchy (Freiwilliger seit zirka 3 Jahren) und Jonathan Cottret (FA seit bereits 10 Jahren) „gemäss dem Verfahren vor“. Sie waren ausgerüstet und führten ein Strahlrohr mit, beide wurden nach den Standards der Profis ausgebildet. Sie gingen als Trupp nach oben, während zwei andere Kollegen das Erdgeschoss erkundeten.

Der Kollege, welcher versuchte zu helfen, teilte die Präfektur am Sonntagabend mit, „erlitt Verbrennungen an 10% der Körperoberfläche, vor allem an den Armen. Er wurde ins Verbrennungszentrum nach Lille gebracht. Sein Zustand ist stabil und er schwebt nicht in Lebensgefahr.“

Die Mutter erlitt Verbrennungen an 40% der Körperoberfläche. "Sie schwebt noch immer in Lebensgefahr". Ihr Ehemann hat Verbrennungen von 5% KOF erlitten, er befindet sich im Krankenhaus in Helfaut. "Sein Zustand ist stabil und ist nicht in Lebensgefahr."

Quelle: La Voix du Nord

- Großbrand in Tiefgarage - ein FA verstorben, zwei FA verletzt

(bl) Choisy-le-Roi (Frankreich). Am frühen Morgen entwickelte sich ein Feuer in einer Tiefgarage zu einem Großbrand. Das 2000 m² große Parkhaus erstreckte sich über zwei Ebenen. An manchen Orten überschritt das Feuer 600 Grad. Insgesamt wurden 200 Fahrzeuge beschädigt.

Zu Beginn der Löscharbeiten wurde einem Feuerwehrmann unwohl und wurde kurze Zeit später bewusstlos. Er wurde vom Rettungsdienst versorgt und zeitkritisch in eine Klinik gefahren. Der 28 -jährige sergent Jonathan LASSUS-DAVID verstarb in der Klinik.

Im Verlauf des mehrstündigen Einsatzes verletzten sich zwei weitere Kollegen, einer am Arm, der andere am Rücken.

Quelle: Pompiers de Paris und 20minutes.fr (inkl. Video)

- Großbrand - Orientierungsverlust - zwei verletzte FA

(bl) Heidenheim (Baden-Württemberg). Mit dem Stichwort "Ausgelöste Brandmeldeanlage" rückte ein Löschzug zu einem Gewerbebetrieb aus. Bereits auf der Anfahrt wurde, aufgrund einer sichtbaren Rauchsäule, die Alarmstufe erhöht. Es brannte im Keller eines zweigeschossigen Produktions- und Lagergebäudes. Ein umfangreicher Innenangriff, mit langen Anmarschwegen, wurde eingeleitet.

Ein Angriffstrupp verlor die Orientierung und setzte einen Mayday-Ruf ab. Der Trupp war von den Flammen eingeschlossen. Sicherheitstrupps wurden aktiviert. Glücklicherweise konnte ein Angriffstrupp, der nur wenige Meter vom in Not geratenen Trupp entfernt war, eingreifen. Der betroffene Angriffstrupp konnte mit leichten Verbrennungen in Sicherheit gebracht werden.

Quelle: Kreisfeuerwehrverband Heidenheim in BrandSchutz - Deutsche Feuerwehr-Zeitung, Ausgabe 3/18, Seite 217 bis 223

- Großbrand - Rückzug über Steckleiter - Knieverletzung

(tk) Braunschweig (Niedersachsen). Am Freitagnachmittag erreichten ca. 20 Notrufe zeitgleich die Regionalleitstelle der Berufsfeuerwehr Braunschweig. Gemeldet wurde ein explosionsartiger Knall und Feuer aus mehreren Geschossen eines Wohnhauses. Zudem wurden auch Personen in den Wohnungen vermutet.

Die Leitstelle alarmierte gemäß dem Stichwort „Feuer 2, Menschenleben in Gefahr“, daraufhin rückte ein Löschzug der Berufsfeuerwehr, ein weiterer Führungsdienst, die Ortsfeuerwehr Innenstadt sowie mehrere Rettungsdiensteinheiten aus.

Während der Anfahrt zur Einsatzstelle erfolgten weitere Notrufe. Die Situation wurde mittlerweile zunehmend dramatischer geschildert und so wurde das Alarmstichwort, vor dem Eintreffen der ersten Kräfte in Rücksprache mit dem B-Dienst, durch die Regionalleitstelle auf "Feuer 3" erhöht. Nunmehr waren beide Löschzüge der Berufsfeuerwehr alarmiert.

Nach wenigen Minuten erreichten die ersten Einsatzkräfte das dreigeschossige Mehrfamilienhaus. Die Flammen schlugen mittlerweile aus sämtlichen Fenstern aller Geschosse und die Rauchsäule war weithin sichtbar.

Aufgrund der komplexen Einsatzlage, den möglicherweise vermissten Bewohnern und der zu erwartenden großen Anzahl notwendiger AGT, erhöhte der Einsatzleiter erneut die Alarmstufe, auf das Stichwort „Feuer 5“. Weitere drei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr wurden alarmiert.

An der Einsatzstelle starteten die ersten Atemschutztrupps mit dem Innenangriff, zur Menschenrettung und zum Absuchen des Gebäudes. Große Probleme bereitete dabei die alte Fachwerk-Bauweise mit den Lehmbalkendecken.

Wohnhausbrand in Braunschweig - Leitereinsatz an der Straßenseite Die Menschenrettung der oberen Geschosse konnte zudem nicht mehr über die Holztreppe erfolgen, diese war mittlerweile durchgebrannt. Im offenen Treppenraum stürtzten, beim Eindringen des ersten AGT-Trupps, brennende Treppen- und Dachteile nieder.

Somit war ein Vorgehen der Atemschutztrupps zur Absuche und Menschenrettung nur über tragbare Leitern und Drehleitern möglich.

Unter anderem wurde ein Trupp vom Hilfeleistungslöschfahrzeug der Berufsfeuerwehr zur Menschenrettung über die Steckleiter in das 1. Obergeschoss geschickt. Als nach ca. 20 min Einsatzzeit der Trupp den Rückzug antreten musste, verließ dieser das Stockwerk über die aufgestellte Steckleiter. Dabei knickte ein Feuerwehrbeamter am Ende der Steckleiter (B-Teil) um. Er zog sich eine schwere Knieverletzung zu, die operativ behandelt werden muss. Der Kollege wird vermutlich mehrere Monate ausfallen.

Da durch die eingesetzten Trupps im Gebäude keine Personen gefunden werden konnten, entschied der Einsatzleiter den Innenangriff abzubrechen und das Feuer stattdessen über den Außenangriff zu löschen.

Wohnhausbrand in Braunschweig - Leitereinsatz auf der Rückseite Dieses zog sich, mitsamt den üblichen Nachkontrollen, bis tief in die Nacht hin. Zu einem späteren Zeitpunkt stellte sich heraus, dass sich keine Personen im Gebäude aufhielten.

Quelle: Feuerwehr Braunschweig

Einsatzbilder: © Jörg Koglin

- Gebäudebrand mit Menschenrettung - ein verletzter FA

(bl) Südbrookmerland (Niedersachsen). Um 6.49 Uhr wurden die fünf Ortfeuerwehren Wiegboldsbur, Victorbur, Uthwerdum, Münkeboe-Moorhusen und Oldeborg, sowie der Einsatzleitwagen aus Middels nach Moordorf alarmiert. Es war bekannt, dass sich noch Personen im Gebäude befinden. Trotz extremer Straßenglätte sind die Löschfahrzeuge schnell vor Ort gewesen. 12 Trupps mit Atemschutzgerät haben umgehend mit der Rettung der zwei Erwachsenen und zwei Kindern begonnen, die innerhalb kürzester Zeit aus dem völlig verrauchten Gebäude ins Freie verbracht werden konnten. Aufgrund dessen, dass zu den vor Ort befindlichen Rettungswagen der Rettungsdienst aus Norden und Emden noch unterwegs waren, unterstütze die Feuerwehr bei der medizinischen Versorgung der Schwerstverletzten, von denen sich zwei in akuter Lebensgefahr befanden. Fünf Notärzte und ein Organisatorischer Leiter des Rettungsdienstes koordinierten die Versorgungen der Opfer, die in umliegende Kliniken verbracht wurden.

Ein Feuerwehrmann verletzte sich ein Bein bei der Personenrettung aus dem Gebäude, und musste ebenfalls in eine Klinik verbracht werden.

Das Feuer, welches das ganze Gebäude völlig verrauchte, konnte rasch gelöscht werden. Speziell ausgebildete Kräfte der Bereitschaft des DRK Südbrookmerland kümmerte sich um Angehörige der Schwerstverletzten. Ebenfalls kamen Notfallseelsorger für die Angehörigen und die Einsatzkräfte der Feuerwehr zum Einsatz.

Quelle: Manuel Goldenstein - Pressesprecher der Feuerwehr Südbrookmerland

- Kellerbrand in Industriehalle - drei leichtverletzte FA

FA im Schaum umgeknickt, Knie geprellt. Beim Aufrichten durch Kollegen am PA hochgezogen, dabei riss das Beckenschloss. Gerät wurde sichergestellt und für eine Stellungnahme zum Hersteller geschickt. Foto: Feuerwehr Düsseldorf(bl) Düsseldorf (NRW). Bei Abbrucharbeiten auf dem Gelände eines Industriebetriebes im Düsseldorfer Stadtteil Benrath entzündete sich der Inhalt eines Öltanks im Keller der circa 200 Meter mal 500 Meter großen Halle. Vor Ort wurde sofort die Brandbekämpfung mit mehreren Schaumlöschrohren eingeleitet. Die Löschmaßnahmen erwiesen sich als sehr aufwendig, da die Anmarschwege der Einsatzkräfte zum Brandherd im Gebäude sehr weit waren und durch die starke Rauchentwicklung die Sicht zunächst stark eingeschränkt war. Für die Entrauchung setzte die Einsatzleitung mehrere Großventilatoren ein. Aufgrund der enormen Größe der Halle waren diese jedoch nicht ausreichend, sodass man zusätzlich einen Turbolüfter der Werkfeuerwehr Chempark Leverkusen anforderte, dessen Einsatz dann den gewünschten Erfolg brachte. Im weiteren Verlauf des Einsatzes musste sehr aufwändig mit einem Trennschleifer eine weitere Öffnung in der Wand des Öltanks geschaffen werden, um dort ebenfalls das Feuer mittels Schaum bekämpfen zu können.

Insgesamt waren über 100 Einsatzkräfte vor Ort. Drei Kollegen verletzten sich im Einsatz leicht, sodass einer zur Abklärung in ein Düsseldorfer Krankenhaus eingeliefert wurde.

Quelle: Stadt Düsseldorf und Dr. rer. sec. Ulrich Cimolino

- Wohnungsbrand mit Menschenrettung - drei verletzte FA

(bl) Hamburg. Der Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg wurde ein Feuer in einem Wohnhaus gemeldet. Personen sollten sich noch im Gebäude befinden. Ein Notruf aus dem 3-geschossigen Gebäude ist während des Gesprächs abgerissen. Die eintreffenden Einsatzkräfte vor Ort berichteten von dramatischen Szenen. Hilfeschreie aus dem im Vollbrand stehenden Erdgeschoss, Flammenüberschlag vom EG zum 1.OG und eine völlige Verqualmung des Gesamtgebäudes. Parallel wurden Menschenrettung und Brandbekämpfung eingeleitet. Aus dem Obergeschoss konnte eine 17-jährige, weibliche Person über die Drehleiter gerettet werden. Sie wurde reanimiert und in ein Krankenhaus befördert, ebenso wie eine weitere weibliche Person (55) mit einer Rauchgasinhalation. Die Feuerwehr nahm insgesamt 4 C-Rohre zur Brandbekämpfung vor, davon eins über die Drehleiter. Ein komplettes Ausbrennen der Wohnung im EG konnte nicht verhindert werden.

Bei den Rettungs- und Löscharbeiten verletzten sich drei Feuerwehrmänner (Verbrennung Hand, Hitzebeaufschlagung Schulter, Rauchgasintox). Alle drei wurden vor Ort rettungsdienstlich versorgt und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus befördert.

Quelle: Feuerwehr Hamburg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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