Unfälle in Europa im Jahr 2004

(16 getötete und mindestens 91 verletzte FA)

Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.


Januar 2004 - Kohlenmonoxidvergiftung - drei verletzte FA

(kd/bl) Rotterdam (Niederlande). Auf einem Schiff wurde in der dritten Januarwoche ein Arbeiter durch Kohlenmonoxid tödlich vergiftet. Bei den Rettungsversuchen vergifteten sich zwei weitere Arbeiter und drei Feuerwehrmänner. Alle mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Quelle: ANP

- Brand - Absturz - ein verletzter FA

(bl) Leer (Niedersachsen). Durch Kurzschluss kam es in einem Bürogebäude (Baujahr 1998) zu einem Brand im Empfangsbereich im Treppenhaus. Mehrere brennende Elektrogeräte und der Empfangstresen sorgten für eine vollständige Verqualmung des gesamten Gebäudes, da alle Zwischentüren aufgestellt waren. Das Gebäude verfügt weder über eine Brandmeldeanlage, noch über Feuerwehrpläne. Eine im Treppenhaus installierte Rauch- und Wärmeabzugsanlage hat nicht funktioniert. Bedingt durch die Lage in einem Gewerbegebiet und die Zeit des Brandausbruchs (Neujahr-Mittagszeit) wurde der Brand erst sehr spät durch einen Passanten entdeckt.

Ein Trupp erreichte über die DLK 23/12 einen Balkon im 2.OG. Am Balkon befanden sich acht große Terrassentüren. Zu diesem Zeitpunkt war nicht bekannt, dass sich der Brandherd im Erdgeschoß befand. Ein Blick ins Gebäudeinnere war nicht möglich, da die Scheiben durch Ruß geschwärzt waren. Durch Hitzeeinwirkung begannen die Scheiben von Innen zu platzen. Die zweite Flügeltür ließ sich von Hand aufdrücken. Große Mengen Rauch quollen sofort aus der Öffnung. Der Trupp wollte kriechend in das Gebäude vorgehen um die Lage weiter zu erkunden. Nach ca. 20cm griff der Truppführer ins Leere und stürzte im Treppenhaus ca. 3m tief ab. Durch den Sturz zog er sich einen stabilen Bruch des 2. Lendenwirbels zu. Erst nach 10 Wochen war die Genesung soweit fortgeschritten, dass die Arbeit wieder aufgenommen werden konnte.

Später stellte sich heraus, dass es sich bei der Flügeltür um einen Teil der RWA handelte. Diese hätte sich selbsttätig öffnen sollen, war 1998 aber falsch installiert worden. Außen befand sich weder eine Kennzeichnung, noch ein Schutzgeländer. Innen war das offene Treppenhaus hinter dem Fenster.

Konsequenzen

Die Feuerwehr fordert als Folge des Unfalls von der Stadtverwaltung, alle Atemschutzgeräte mit Notsignalgebern auszurüsten. Die bisherige truppweise Ausrüstung hatte zur Folge, dass der verunfallte Truppführer keinen Notsignalgeber hatte.

Quelle: FF Leer

Unfallanalyse durch Atemschutzunfaelle.de

(bl) Atemschutzunfaelle.de führt auf Wunsch grobe Fernunfallanalysen durch, Hintergründe und nähere Informationen finden sie in der Rubrik Unfallanalyse . Nachdem wir im September 2004 eine Analyse für den o. g. Unfall durchführten, konnten im April 2006 Auszüge veröffentlicht werden:

...

Aus der Entfernung ist es uns natürlich nicht erlaubt, ein endgültiges Urteil zur Unfallursache auszusprechen. Wir können jedoch, verglichen mit anderen ähnlichen Beinaheunfällen und Unfällen, folgende Aussagen treffen:

Allgemeine Hinweise zum Vorgehen unter Nullsicht: Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Mitnahme einer „Armverlängerung“ (z. B. Axt) die Suche bei Nullsicht wesentlich verbessert.  U. a. konnte in Hamburg ein vorgehender Kollege einen Fahrstuhlschacht rechtzeitig mit einem Axtstil lokalisieren, ein Absturz konnte so verhindert werden. Ergänzend verweisen wir in diesem Zusammenhang auf die sinnvolle Kombination von Schlag- und Brechwerkzeug (z. B. Axt und Halligan). In der Praxis kann z. B. nach der Türöffnung (sofern nötig) das Halligan im Eingangsbereich liegen bleiben, die Axt zur Suche mitgenommen werden und wertvolle Dienste leisten. Alternativ zur Vorgehensweise mit „Armverlängerung“ kann ein Seitenkriechgang angewendet werden. Hierzu wird ein Bein vorgestreckt, der Schwerpunkt liegt daher weit hinten. Im Vierfüßlerstand liegt der Schwerpunkt vorne und ein Absturz kann nur schwer bzw. gar nicht verhindert werden.

...

Anpassung der Ausrüstung: Ihr Unfall hat einmal mehr gezeigt, dass Notsignalgeber, Lampe und Sprechfunkgerät für jedes Truppmitglied mehr als sinnvoll sind. Ein abgestürztes oder verschüttetes Opfer kann sich unter Umständen nicht bemerkbar machen bzw. der unversehrte Kollege kann keinen Notruf absetzen. Jeder Truppführer muss im Atemschutzeinsatz (Innenangriff etc.) ein Sprechfunkgerät haben, diese Forderung ist lt. FwDV7, Pkt. 7.2 absolute Pflicht. Zudem sollte jeder Truppmann ein zweites Sprechfunkgerät mitführen. Dieses kann auch ausgeschaltet in der Jackentasche bleiben (V. a. Funkdisziplin, Rückkopplung…). Bei einem Notfall oder auch bei einem gar nicht so seltenen Gerätedefekt (Akkufehler, Kanalverstellung…) kann dieses Gerät eingesetzt werden. Die Ausstattung jeder unter Atemschutz eingesetzten Einsatzkraft mit einem Notsignalgeber ist in der aktuell gültigen FwDV7 (Pkt. 7.5) empfohlen. Eine truppweise Ausstattung ist demnach nur als Übergangslösung anzusehen. Die Forderung nach Notsignalgebern ist leider nur eine Empfehlung und noch keine zwingende Forderung, da die technische Ausstattung kurzfristig nicht bundesweit umsetzbar ist. Wir gehen davon aus, dass in der nächsten Fassung der FwDV7 auch diese Forderung zur Pflicht wird.

- Chlorfreisetzung nach Brand - zwei verletzte FA

(kd/bl) Chambéry, Savoie (Frankreich). Das Feuer begann in einer Fabrik, die Chlortabletten für Poolanlagen produzieren. 800 kg Kilogramm fielen auf eine nasse Oberfläche und verursachten das Feuer. Insgesamt wurden zwei Arbeiter, zwei Zivilisten und zwei Feuerwehrmänner mit Reizungen im Krankenhaus behandelt.

Quelle: www.lesapeurpompier.fr

- Großbrand - drei verletzte FA

(kd/bl) Valenciennes (Frankreich). Ein Großbrand in einer Eishalle forderte drei leichtverletzte Feuerwehrangehörige. Alle drei stürzten durch ein Loch.

Quelle: AFP, www.lesapeurpompier.fr

- Scheunenbrand - Durchzündung - zwei verletzte FA

(bl) Winterfeld, Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt). Mit Brandverletzungen zweiten und dritten Grades sind zwei Feuerwehrmänner (40 und 37 Jahre) in eine Hamburger Spezialklinik gebracht worden. Hände, Arme und das Gesicht wurden schwerbrandverletzt, bis zu 60% der Körperoberfläche.

Bei Eintreffen der Feuerwehr handelte es sich um einen Schwelbrand in einer Scheune, dichter Rauch hang unter der Decke. Der erste Trupp ging unter Atemschutz und mit Schlauchleitung vor. Eine Rauchdurchzündung entzündete auch die beiden Atemschutzgeräteträger.

Zerstörte persönliche Schutzausrüstung Zerstörte Baumwolljacke Geschmolzenes Helmvisier

Leider trug der vorgehende Trupp nur einlagige Schutzkleidung die nach der Wende 1989 angeschafft wurde. "Die kann bis zu ihrem Verschleiß im Einsatz weiter getragen werden", heißt es in einem Erlass des Innenministeriums Sachsen-Anhalts vom 16. Januar 1997. Nach und nach soll sie aber durch die moderne und vor allem sichere HuPF-Bekleidung ersetzt werden. "Mit der neuen Schutzbekleidung wären die Verletzungen sicherlich nicht so schlimm gewesen", meinte nicht nur Salzwedels Katastrophenschutz-Chef. "Die Anschaffung neuer Schutzbekleidung war in Winterfeld schon beantragt, die Haushaltslage ließ es aber wohl nicht zu", schilderte der Wehrleiter. Jetzt hoffen die Feuerwehrleute auf ein Umdenken...

Weitere Informationen finden Sie auch in einem Bericht der Feuerwehr Kattien.

Quelle: Volksstimme.de, Holger Thiel

Kommentar von Dr.-Ing. Ladewig, Landesbranddirektor Sachsen-Anhalt (gekürzt)

In den vergangen Tagen ist das Thema "Ausrüstung der Feuerwehr" mehrfach Gegenstand der Berichterstattung und von Leserbriefen in der Presse gewesen. Bei allem Verständnis für die emotionalen Reaktionen nach den bedauerlichen Ereignissen im Zusammenhang mit dem Brand in Winterfeld, enthalten aber die abgedruckten Lesermeinungen wiederholt missverständliche und sachlich unzutreffende Aussagen, die meiner Ansicht nach einer Richtigstellung bedürfen.

Der Brandschutz ist eine kommunale Aufgabe des eigenen Wirkungskreises. Das heißt, dass die Gemeinden für die Organisation und die Finanzierung des Brandschutzes in ihrem Territorium zuständig sind. (so genannte Pflichtaufgabe der Gemeinde).

...

Die beim Land verbleibenden 30% der Einnahmen aus der Feuerschutzsteuer werden aufgewendet um den Betrieb der Brandschutz- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge zu finanzieren. Auch dieses Geld kommt damit letztlich den Kommunen zugute, denn in Heyrohsberge werden die freiwilligen Feuerwehrleute der Kommunen aus- und fortgebildet - ohne dass den Gemeinden daraus Kosten entstehen.

...

Neue Übungsräume und ein Brandsimulationshaus ermöglichen eine realitätsnahe und praxistaugliche Ausbildung auf dem modernsten Stand.

...

Letztlich liegt es in der Verantwortung der Kommune, welche Prioritäten sie im Brandschutz setzen und wofür sie die bereitgestellten Mittel ausgeben. Sicher ist es richtig dass neue Fahrzeuge und Geräte angeschafft sowie Gerätehäuser modernisiert werden müssen. Aber die Ausstattung der Kameradinnen und Kameraden mit moderner Schutzausrüstung hat hier eindeutig höhere Priorität, da die Gemeinden als Träger der Feuerwehren entsprechend der Unfallverhütungsvorschriften auch für den Schutz ihrer Feuerwehrangehörigen die Verantwortung tragen.

Seit mittlerweile sieben Jahren ist die neue Schutzbekleidung vorgeschrieben - mit einer auf Bitten der Gemeinden versehenen Übergangsregelung, die das Auftragen der vorherigen bundeseinheitlichen Schutzbekleidung zulässt. Bereits 1997 hatte aber das Innenministerium den Gemeinden empfohlen, die Kameradinnen und Kameraden truppweise mit neuer Schutzkleidung auszustatten, um die anfallenden Kosten zu staffeln und die finanzielle Belastung auf mehrere Jahre zu verteilen.

Nur zum Vergleich: Die Kosten für die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges betragen im Durchschnitt ca. 55.000 €, von denen die Gemeinde im Fall der Förderung ca. zwei Drittel selbst zu tragen hat. Die Ausstattung von jeweils zwei Einsatzkräften mit moderner Schutzkleidung kostet ca. 1.500 €.

Daher ist aus meiner Sicht die Frage erlaubt, warum es den Gemeinden in den letzen sieben Jahren nicht möglich gewesen sein soll, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zumindest für die Feuerwehrleute, die den so genannten Innenangriff durchführen - also direkt ins Feuer hineingehen -, mindestens mittelfristig entsprechende Schutzbekleidung zu beschaffen. Die Verantwortung dafür liegt bei den Bürgermeistern und Gemeinderäten. Diese Verantwortung auch wahrzunehmen - insbesondere im Interesse des Schutzes der Kameradinnen und Kameraden, die ehrenamtlich eine Pflichtaufgabe der Gemeinde erfüllen, - ist wichtiger denn je.

Quelle: Fachzeitschrift - Feuerwehren in Sachsen-Anhalt, Ausgabe März 2004, Seiten 6-7

- Scheunenbrand - Explosion - ein verletzter FA

(kd/bl) Son en Breugel (Niederlande). Kurz nach Beginn der Löscharbeiten in einer Scheune kam es aus ungeklärter Ursache zu einer Explosion. Ein Feuerwehrmann erlitt schwere Verletzungen an den Beinen. Der Eigentümer der Scheune berichtete dass kein gefährliches Material oder Gas in der Scheune war.

Quelle: ANP

- Explosion - drei verletzte FA

(kd/bl) Visp, Kanton Wallis (Schweiz). Bei einer Explosion in einer chemischen Fabrik wurden neun Personen leicht verletzt, darunter drei Feuerwehrmänner. Das Feuer war schnell unter Kontrolle, die Ursache ist noch nicht geklärt.

Quelle: AFP

- Silobrand - zwei verletzte FA

(kd/bl) Rotterdam (Niederlande). Im Hafen von Rotterdam ließ die Feuerwehr ein Silo mit Holzspan kontrolliert ausbrennen. Der Versuch ein Loch in das Dach zu schneiden um den Brand besser kontrollieren zu können endete in einer Explosion. Glücklicherweise zogen sich nur zwei FA leichte Verletzungen zu.

Quelle: ANP

- Gebäudebrand - ein verletzter und ein getöteter FA

(kd/bl) Walincourt, Lille (Frankreich). Während eines Gebäudebrandes verunglückten zwei freiwillige Feuerwehrmänner. Ein 43-jähriger starb, ein weiterer erlitt schwere Verbrennungen (20% zweiten und dritten Grades). Der Getötete befand sich im 1. OG, unter dem Dach, kurz nachdem der Trupp mehrere Menschen evakuierte. Der verletzte Feuerwehrmann folgte den Geretteten durch ein Fenster, an dem bereits angeleitert wurde.

Quelle: AFP, www.lesapeurpompier.fr

- Explosion - drei verletzte FA

(kd/bl) Kropswolde (Niederlande). Nach einer Explosion in einem Wohnhaus wurde ein Bewohner, ein Polizist und drei Feuerwehrmänner verletzt. Ein Bewohner roch Gas und alarmierte die Einsatzkräfte. Während sich die Einsatzkräfte in der Nähe des Hauses besprachen kam es zur Explosion. Die Feuerwehrmänner erlitten Frakturen, der Polizist kam mit leichten Verletzungen davon. Der verwirrte Bewohner wurde zunächst vermisst, kurze Zeit später wurde er jedoch mit Verbrennungen im Garten gefunden. Es wird vermutet dass er selbst die Explosion herbeiführte.

Quelle: ANP

- Wohnungsbrand - Rauchdurchzündung - Selbstrettung durch Sprung - zwei verletzte FA

Berlin. Bei Eintreffen wurde ein Vollbrand in einer Wohnung im 1.OG eines 5-geschossigen Wohngebäudes festgestellt. Während die Bewohner in Sicherheit gebracht wurden, breitete sich der Brand schlagartig von der Wohnung in den Treppenraum aus. Dabei wurden die beiden Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr vom Feuer eingeschlossen, so dass sie sich nur durch einen Sprung aus dem 4.OG in ein Sprungpolster retten konnten. Dabei erlitt einer der Kameraden Frakturen an Becken und Lendenwirbeln, sowie Verbrennungen an ca. 10 % der Hautoberfläche. Der andere Betroffene erlitt an ca. 30 % der Hautoberfläche Verbrennungen unterschiedlicher Stärke und Tiefe. Beide wurden noch vor Ort von Notärzten versorgt und anschließend in Krankenhäuser gebracht. Gegenwärtig werden beide im Brandverletztenzentrum des UKB Marzahn behandelt. Ihr Zustand ist nach Auskunft des UKB stabil. Sie sind ansprechbar. Der Heilungsprozess wird jedoch aufwändig und langwierig sein.

Im Verlauf des Einsatzes wurden fünf Bewohner über Drehleitern gerettet. Die Brandbekämpfung erfolgte unter Einsatz von 20 Behältergeräten mit 4 C-Rohren. Ein Ausbreiten des Brandes auf das gesamte Gebäude konnte verhindert werden.

Presseartikel der Berliner Feuerwehr

Quelle: Berliner Feuerwehr - Stab 31 (Öffentlichkeitsarbeit)

Die Medienberichte der Berliner Morgenpost finden Sie unter http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040404/berlin/story670258.html

Konsequenzen

Stand: 11. Februar 2006

(dk) Aufgrund der Ereignisse des Einsatzes Tiergarten/Beusselstraße wurde der Grundsatzbereich Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung (GS BT) der Berliner Feuerwehr beauftragt die damals gegenwärtig gültigen Einsatztaktiken der Berliner Feuerwehr auf Schwachstellen zu überprüfen und mit denen anderer ausgewählter Berufsfeuerwehren zu vergleichen. Hierzu sind neben den gültigen Geschäftsanweisungen auch die Ausbildungskonzepte der Serviceeinheit Aus- und Fortbildung (SE AF) analysiert worden.

Als Schwachstellen sind folgende Punkte in diesem Einsatz erkannt und durch die beschriebenen Maßnahmen ausgeräumt worden.

  1. Keine konsequente Einhaltung des Staffelprinzips gemäß der Geschäftsanweisung "Zusammenarbeit und Führung von taktischen Einheiten bei der Berliner Feuerwehr". Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die Standard-Einsatz-Regeln (SER) für die Berliner Feuerwehr erarbeitet, um diese dann nach erfolgtem Probebetrieb als Geschäftsanweisungen (Sommer 2006) einzuführen. Derzeitig sind 23 SER im Probebetrieb, die durch umfangreiche Schulungen allen Mitarbeitern erläutert wurden. Bei den SER der Brandbekämpfung sei hier besonders zu erwähnen, dass darin eine Brandbekämpfung grundsätzlich parallel zu einer evtl. Menschenrettung eingeleitet wird und nicht mehr anschließend. Ziel dieser taktischen Maßnahme ist es, den Gefahrenschwerpunkt auf das vorgefundene Ausmaß zu begrenzen, sodass eine evtl. Menschenrettung geordnet ablaufen kann und nicht eskaliert.
  2. Alle Einsatzkräfte sind über die richtige taktische Vorgehensweise beim Einsatz mit Drucklüftern anhand einer Ausbildungsunterlage über Drucklüfter zu schulen. Dabei sollten auch Erläuterungen zur richtigen taktischen Vorgehensweise bei Menschenrettung und Brandbekämpfung erfolgen. Mit der Überdruckbelüftung wird erst dann begonnen, wenn der Brandherd genau lokalisiert ist, die Brandbekämpfung eingeleitet und eine geeignete Abluftöffnung sowie eine komplette Überwachung des überdruckbelüfteten Raumes besteht. Dieses wurde im Rahmen von Fortbildungen, an denen jeder Mitarbeiter der Berliner Feuerwehr einmal jährlich teilnehmen muss, umgesetzt.
  3. Strikte Einhaltung der FwDV 7, die im Oktober 2004 als Geschäftsanweisung einschließlich Berliner Besonderheiten eingeführt wurde. Hierzu gehört u.a. ein dreitägiges Atemschutznotfalltraining für alle Atemschutzträger unter Anleitung speziell dafür ausgebildeter Atemschutznotfalltrainer, sowie eine jährlich zu wiederholende Atemschutznotfallübung zusätzlich zu der Belastungsübung in der Atemschutzstrecke. Führungskräfte bekommen eine auf sie zugeschnittene Fortbildung, in der die Einsatzführung bei einem Einsatz mit Atemschutznotfall besonders geschult wird. Außerdem wurden alle Drehleitern der Berliner Feuerwehr mit einem Atemschutznotfallset ausgerüstet, sodass bei dem Einsatzstichwort "Feuer" gewährleistet ist, dass der geforderte Sicherheitstrupp immer über die nötigen Geräte verfügt, die bei einem plötzlich auftretenden Atemschutznotfall erforderlich sind.
  4. Erstellung von Ausbildungsunterlagen für die Mappe Ausbildung zu den Themen Einsatztaktik bei der Menschenrettung und Brandbekämpfung, die für alle Mitarbeiter jederzeit im Bürokommunikationsnetz schriftlich nachlesbar sind.
  5. Ergänzung des Handbuchs Einsatzdienst, um die aktualisierte Ausbildungsunterlage über Drucklüfter.
  6. Überarbeitung der Geschäftsanweisung "Fernmeldebetriebsdienst der Berliner Feuerwehr", um Probleme an Einsatzstellen mit regem Funkverkehr speziell im 2m-Band abzustellen.

Quelle: Christian Ramm, Berliner Feuerwehr
Grundsatz und Steuerung
Bereich Brandbekämpfung/ techn. Hilfeleistung
GS BT 11

- Silobrand - Explosion - sechs verletzte FA

(kd/bl) Saint-Martin-sur-le-Pré, Marne (Frankreich). Während der Brandbekämpfung in einer Holzfabrik kam es zu einer Explosion. Sie bekämpften einen Brand in einem 200m3-Silo, welcher mit ca. 80m3 Holzspänen und anderen Restmaterialien gefüllt war. Ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt, fünf weitere leicht.

Quelle: AFP, www.lesapeurpompier.fr

- Großbrand - ein verletzter FA

(kd/bl) Gent, Destelbergen (Belgien). Während eines Großbrandes in einem Kaufhaus erlitt ein Feuerwehrmann eine Rauchvergiftung.

Quelle: Nieuwsblad

- Hotelbrand - ein verletzter FA

(kd/bl) Paris (Frankreich). Ein Brand in einem Technikraum breitete sich über fünf Etagen aus. Ein Kollege erlitt eine schwere Rauchvergiftung.

Quelle: www.lesapeurpompier.fr

- Gebäudebrand - Stromschlag - vier verletzte FA

(kd/bl) Estrum, Nord (Frankreich). Während der Brandbekämpfung in einem Gebäude wurden durch einen Stromschlag (Löschwasser als Leiter) drei FA leicht und ein FA schwer verletzt. Der Strom im Gebäude war abgeschaltet, ungewöhnlicher Weise verfügte das Gebäude jedoch über eine zweite Spannungsversorgung.

Quelle: AFP, www.lesapeurpompier.fr

- Großbrand - Rauchvergiftungen - sieben verletzte FA

(kd/bl) Brazey-en-plaine, Dijon, Côte-d'Or (Frankreich). Ein Brand in einer Recyclingfirma für Reifen erlitten insgesamt 14 Personen leichte Rauchvergiftungen (sieben FA, sieben Arbeiter). Ein Verletzter musste im Krankenhaus behandelt werden.

Quelle: AFP, www.lesapeurpompier.fr

- Wohnhausbrand - Durchzündung - zwei verletzte FA

Durchzündung Raesfeld, Kreis Borken (NRW). Brand eines alten Mehrfamilienhauses. Das Gebäude war zu großen Teilen mit Holz verkleidet, bei Eintreffen der Feuerwehr brannte der hölzerne Treppenaufgang. Nach ca. 60 Min. war das Feuer im Erdgeschoss so gut wie aus. Wenig später vernahmen die beiden Trupps im Innenangriff ein verdächtig anschwellendes Knistern und Rauschen im Haus. Plötzlich kam es zu einer Rauchdurchzündung, eine Stichflamme schlug durch das Gebäude, Ziegel prasselten vom Dach. Rauchgase mussten sich in den Holzdecken und hinter Wandverkleidungen unbemerkt über die Etagen bis zum Dachboden ausgebreitet haben. Fluchtartig zogen sich die Trupps zurück. Der Trupp im Parterre erreichte ohne Probleme die Haustür. Der Trupp im 1. OG sprang förmlich aus dem Fenster auf die Steckleiter (darüber ging der Trupp auch vor) und stieg schnell ab. Die Einsatzkräfte erlitten Schürfwunden und leichte Verbrennungen am Arm (zwischen Handschuh und Jacke). Ein Feuerwehrmann zog sich eine Rauchvergiftung zu.

Quelle: Feuerwehr 7-8/04, Seite 30-31, www.ub-feuerwehr.de

Bildquelle: Guido Bludau, freier Fotograf

- Gebäudebrand - Dehydrierung - Verbrennung - drei FA verletzt

Anleiterbereitschaft über Steckleitern und Drehleiter Versorgung der Verletzten Herrstein (RLP). Gebäudebrand. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle war bereits die Fensterscheibe zum Brandraum zerstört, Flammen schlugen aus dem Fenster. Mit Schnellangriffsverteiler und C-Längen ist ein Trupp durch die offene Haustür im rauchfreien EG vorgegangen. Übers Treppenhaus ging der Trupp bis ins 1. OG vor. Dort war die oberste Rauchsicht tiefschwarz, alle Metallteile im Raum glühten. Mit Sprühstößen wurde die Rauchschicht gekühlt (Der Angriffstrupp war in Rauchgaskühlung in einer RDA trainiert). Der Trupp konnte absolut keinen Brandherd bzw. keinen Feuerschein erkennen, die Hitze war jedoch enorm. Unter Rauchgaskühlung ging der Trupp weiter vor. Parallel dazu wurde eine Steckleiter zur Rettungswegsicherung angeleitert. Ein zweiter Trupp stieg über eine Leiter in das 1. OG ein und versuchte ebenfalls den Brandherd zu lokalisieren. Durch einen aufgeheizten Heizkörper brannte ein C-Schlauch durch und verursachte am Oberschenkel eine Brandblase (Einstieg via Reitersitz). Die Sicht war anfangs sehr schlecht, erst nach einiger Zeit wurde der Rauch heller, die Hitze war jedoch immer noch enorm. Aufgrund des Flaschendrucks trat der erste Trupp den Rückzug an, machte eine Pause und trank Wasser.

Plötzlich drohte das Feuer, von einem nicht zugänglichen Hohlraum zwischen 1. OG und Dachgeschoß, auf den Dachstuhl überzugreifen. Aufgrund von Personalproblemen (viele junge Kameraden ohne Erfahrung) ging der Trupp nach einer fünfminütigen Pause ein zweites mal vor. Nach ca. 10-15 Minuten musste der Trupp den Einsatz abbrechen. Beide Truppmitglieder waren völlig erschöpft und wurden vom Rettungsdienst betreut (Monitoring und Infusionstherapie).

Negativ:

Positiv:

Quelle: www.feuerwehr-herrstein.de

- Hotelbrand - Herzinfarkt - ein getöteter FA

(kd/bl) Lisieux, Calvados (Frankreich). Ein 30-jähriger Feuerwehrmann erlitt während eines schweren Einsatzes einen tödlichen Herzinfarkt. Ein Hotelbrand, welches im EG ausbrach, führte zum Tod eines jungen Mädchens. Zum Zeitpunkt des Brandes waren mehr als 50 weitere Gäste im Gebäude, von denen 40 Rauchvergiftungen erlitten. Sechs Gäste mussten in Krankenhäusern versorgt werden.

Quelle: AFP, www.lesapeurpompier.fr

- Brand einer Gaststätte - Durchzündung - fünf verletzte FA

Ansbach (Bayern). Gegen 03.30 Uhr erreichte die Feuerwehr Ansbach die Alarmmeldung „Brand in einer Gaststätte". Nach Vollalarm für die Ansbacher Wehr rückten zwei Löschzüge zum Brandobjekt aus. Bei Eintreffen der Kräfte war aus den noch geschlossenen Fenstern im ersten Obergeschoss deutlicher Feuerschein zu erkennen, Qualm drang aus dem Gebäude. Im Innen- und Außenangriff unter PA über Steck- und Drehleiter erfolgte die erste Phase der Brandbekämpfung.

Unmittelbar nach dem Eindringen des ersten Trupps zündete das brennende Geschoss durch. Dabei erlitten fünf Feuerwehrleute Brandverletzungen und mussten ärztlich behandelt werden.

Bei den Verletzungen handelt es sich um Verbrennungen und Verbrühungen der Haut mit Rötung und anschließender Blasenbildung im Bereich von Hals, Ohren, Unterarmen und Kniebereich sowie eine Sturzverletzung. Ein weiterer Feuerwehrmann erlitt eine mechanische Verletzung im Bereich des Unterarmes.

Die Schutzkleidung der FF Ansbach besteht aus Hupf Einsatzkleidung "Flammgard" sowie die dementsprechenden Handschuhe. Ebenfalls wurde von allen Geräteträgern eine Flammschutzhaube getragen.

Quelle: www.feuerwehr-ansbach.de, Walter Hessenauer, SBI Stadt Ansbach

- Großbrand - Einsturz - zwei verletzte FA

Landshut (Bayern). Ein Großbrand vernichtete eine Motorradhandlung in der Landshuter Innenstadt. Um 18.17 Uhr gingen bei der Einsatzzentrale der Polizeidirektion Landshut die ersten Notrufe ein, dass eine Halle einer Motorradhandlung brenne. 120 Feuerwehrmänner der Landshuter Feuerwehr waren bei der Brandbekämpfung eingesetzt. Das Bayerische Rote Kreuz hatte mehrere Notärzte und Rettungsfahrzeuge vor Ort. Kurz nach 19.00 Uhr stürzte ein Teil eines Hallendaches ein. Dabei wurden zwei Feuerwehrmänner leicht verletzt. Das Feuer konnte um 20.30 Uhr unter Kontrolle gebracht werden.

Quelle: www.polizei.bayern.de Polizeidirektion Landshut

- Wohnungsbrand - Rauchvergiftung

(kd/bl) Paris (Frankreich). Ein nächtlicher Wohnungsbrand im dritten OG verletzte neun Personen z. T. schwer. Ein Feuerwehrmann erlitt während der Arbeiten eine Rauchvergiftung.

Quelle: AFP, www.lesapeurpompier.fr

- Kellerbrand - Kreislaufstillstand - erfolgreich reanimiert

Hamburg. Ein 43-jähriger freiwilliger Feuerwehrmann ist während eines Einsatzes in Hamburg-Sinstorf zusammengebrochen. Der Mann musste vor Ort reanimiert und mit einem Defibrillator geschockt werden. Am Abend war sein Zustand wieder stabil. Kräfte von Berufs- und freiwilliger Feuerwehr waren zu einem Kellerbrand in einem leerstehenden Gebäude gerufen worden. Die Flammen in einer Werkstatt waren jedoch mangels Sauerstoff von selbst wieder erloschen. Während die Geräte wieder zurück genommen wurden, sackte der 43-Jährige aus unbekannter Ursache plötzlich vor dem Gebäude zusammen. Kameraden leiteten sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Mit einem Notarztwagen wurde der Patient in ein Krankenhaus eingeliefert.

Da hat es sich gezeigt, wie sinnvoll es ist, dass unsere Löschfahrzeuge mit Defis ausgestattet und alle Berufsfeuerwehrleute als Rettungssanitäter oder -assistenten ausgebildet sind", sagt Gerd Bramfeld von der Hamburger Feuerwehr.

Quelle: Feuerwehrmagazin

Hinweis: Besuchen Sie bitte auch die Rubrik Ausbildung - Erste Hilfe in der Feuerwehr!

- Kellerbrand in Bürogebäude - 10 verletzte FA

(kd/bl) Clamart, Nanterre (Frankreich). Von der Feuerwehr erlitten 10 Einsatzkräfte Rauchvergiftungen bzw. leichte Verbrennungen.

Quelle: AFP, www.lesapeurpompier.fr

- Feuer - ein verletzter FA

(kd/bl) Pittem (Belgien). Während der Brandbekämpfung wurde ein Feuerwehrmann verletzt, er brach sich ein Bein.

Quelle: Belgische Presse

- Brand in einem Wohn- und Geschäftshaus - zwei getötete FA

Ausgebranntes Bekleidungsgeschäft (dk) London (GB). Zwei Feuerwehrangehörige sind ihren schweren Verletzungen erlegen, welche sie sich bei der Brandbekämpfung in einem Wohn- und Geschäftshaus im östlichen Teil Londons zuzogen. Nach Auskunft der Londoner Feuerwehr (London Fire Brigade LFB) waren die beiden zusammen mit insgesamt 50 Kräften zu einem dreigeschossigen Gebäude in die Bethnal Green Road gegen 04.00 Uhr Ortszeit alarmiert worden. Während des Brandes wurden 2 Personen vom Dach gerettet. Das Feuer wird von der Polizei als verdächtig eingestuft. Die beiden Feuerwehrangehörigen kamen im unteren Teil des Gebäudes, wo die Brandausbreitung am größten war in Schwierigkeiten. Sie starben kurz nach der Einlieferung in das Royal London Hospital im Stadtteil Withechapel. Zwei Zivilisten wurden ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert, konnten diese jedoch nach einer Routineuntersuchung wieder verlassen. Der Assistent des Beauftragten der Londoner Feuerwehr Malcolm Kelly berichtete, dass beim Eintreffen der Feuerwehr am Gebäude ein starker Brand im Bekleidungsgeschäft und dessen Keller vorgefunden wurde. Seiner Aussage nach waren die Flure verraucht und Rauch trat aus den Fenstern aus. Die beiden Feuerwehrmänner betraten unter Atemschutz das Gebäude, mussten aber von Kollegen gerettet werden.

Brandursache wird ermittelt

Herr Kelly weiter: "Es ist ein sehr tragischer Tag für uns und eines der schlimmsten Ereignisse welches eine Organisation wie unsere betreffen kann." "Viele meiner Kollegen sind derzeit fassungslos und unglücklich und wir unternehmen alles Machbare um ihnen über die nächsten Tage beizustehen." Feuerwehrkräfte sind weiterhin zur Brandbekämpfung vor Ort und die Baupolizeibehörde des Stadtbezirkes untersucht das Gebäude, welches in seiner Struktur geschädigt wurde. Nach dem das Gebäude für Sicher erklärt wird, wird die Gesundheits- und Sicherheitsbehörde die Umstände des Totes der beiden Männer untersuchen. Brandursachenermittler der LFB und der Polizei untersuchen die Ursache des Feuers. Das Gebiet wurde abgesperrt und viele Geschäfte in der Bethnal Green Road sind geschlossen.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von BBC News Online, http://news.bbc.co.uk/1/hi/england/london/3909269.stm und http://news.bbc.co.uk/1/hi/england/london/3912171.stm

Untersuchungsbericht: Kommunikationsprobleme und mangelnde Wasserversorgung

(ar) London (GB) – Eine Unfallkommission veröffentlichte den Untersuchungsbericht, der die Ursachen für den Tod zweier Feuerwehrleute beim Brand eines Geschäftshauses in Bethnal Green, East London, im Juli 2004 aufdecken soll. Hauptursachen waren demzufolge mangelnde Kommunikation und eine mangelnde Wasserversorgung der Trupps im Innenangriff. Die beiden Feuerwehrleute, die als vierter Trupp zur Brandbekämpfung in das Gebäude geschickt wurden, hatten kein Handfunkgerät bei sich und waren somit kommunikationstechnisch von den anderen Einheiten vor Ort abgeschnitten. Dies hat wohl dazu beigetragen, dass Ventilationsmaßnahmen eingeleitet wurden, obwohl der verunfallte Trupp sich noch im Keller des Gebäudes befand. Dort, im Keller des zweistöckigen Gebäudes, wurde der Brand vermutlich durch eine brennende Zigarette ausgelöst. Durch die Ventilation kam es zu einem Flashover und somit zu einer Intensivierung des Brandes, der nicht begegnet werden konnte, da die vom Trupp mitgeführte Schlauchleitung zum Unfallzeitpunkt kein Wasser führte und eine zweite Schnellangriffsleitung durchgebrannt war. Die Schnellangriffsleitungen wurden benutzt, da die Führungskräfte vor Ort nicht erkannten, dass der Brand sehr intensiv war. Infolge dessen wurden keine größer dimensionierten Rohre vorgenommen. Auch wurde offensichtlich die Brandbekämpfung zu spät aufgenommen; nach Aussagen der Unfallkommission verstrichen zwischen dem Befehl, die Wasserversorgung von einem Hydranten herzustellen, und der Ausführung des Befehls 30  Minuten. Die beiden Feuerwehrmänner waren die ersten Toten der Feuerwehr London bei einem Einsatz seit über 10 Jahren. Die Hinterbliebenen der Opfer und die Gewerkschaft der Feuerwehrleute sehen die Schuld für den Unfall bei der Führung der Feuerwehr London. Die Gewerkschaft der Feuerwehrleute erhob den Vorwurf, dass "mangelndes realitätsnahes Training und veränderte Richtlinien" dazu führten, dass sich die Feuerwehr London "im schlechtesten Zustand der Einsatzbereitschaft seit über 30 Jahren befindet". Darauf antwortete der Amtsleiter der Feuerwehr London, dass aus diesem tragischen Vorfall Lehren gezogen wurden und dass die Erkenntnisse der Unfallkommission bereits zum Großteil umgesetzt wurden und der Verbesserung der Einsatzfähigkeit dienen.

Quellen: http://www.firefighterclosecalls.com/fullstory.php?32332, http://news.bbc.co.uk/1/hi/england/london/5110856.stm

- Gasexplosion - fünf getötete und mehrere verletzte FA

(kd/bl) Ghislinghien (Belgien). Am Freitagmorgen war auf einer Baustelle in einem Industriegebiet eine Erdgas-Pipeline explodiert. Die Feuerwehr war bereits vor Ort. Bei mehreren schweren Explosionen wurden Menschen hunderte Meter weit durch die Luft geschleudert und mehrere Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Die Regierung kündigte nationale Trauer für den Tag der Beerdigung der Opfer an und ließ im ganzen Land die Fahnen auf Halbmast setzen. Unter den 18 Toten befanden sich fünf freiwillige Feuerwehrmänner und ein Polizist. Hinzu kommen zahlreiche Verletzte. 51 Verletzte erlitten schwere Verbrennungen.

Die Rettungskräfte kamen u. a. aus dem französischen Lille. Die Armee entsandte fünf Hubschrauber. Die Verbrennungsopfer wurden auf fünf belgische Spezialkliniken und auf eine Spezialklinik in Lille verteilt.

Die Erdgas-Pipeline war für den Gastransport zwischen Belgien und Frankreich zuständig. Die Pipeline hatte einen Durchmesser von 900 mm. Der maximale Druck in diesen Pipelines kann 80 bar betragen.

Es wird vermutet dass Arbeiter aus Versehen die Pipeline beschädigten, schon Wochen vor dem Unglück. Am Tag des Unglücks war der Druck besonders hoch, zusätzlich hatte sich offenbar eine Gasblase gebildet.

Die Behörden rechnen mit langwierigen Untersuchungen zur Klärung der Unglückursache. Die unterirdische Gasfernleitung war leck geschlagen, die genaue Explosionsursache muss noch ermittelt werden.

Riesige Gasflamme Krater Luftbild des Kraters Trauergottesdienst Blumenniederlegung Trauerzug

Quelle: www.vrtnieuws.net (copyright Belga, Belgian press agency)

- Wohnhausbrand - ein verletzter FA

Wesseling (NRW). Beim Brand eines vierstöckigen Wohnhauses erlitten elf Menschen leichte Verletzungen. Als die Feuerwehr am Einsatzort eintraf, standen die Bäckerei, ein Buchladen und ein leer stehendes Geschäft in Vollbrand. Die Flammen griffen schnell auf die beiden darüber liegenden Stockwerke über. Dort befanden sich Arzt- und Anwaltspraxen sowie Wohnungen.

Ein Feuerwehrmann erlitt eine Rauchvergiftung und musste behandelt werden.

Quelle: Feuerwehrmagazin

- Großbrand - ein verletzter FA

Siegen (NRW). In einer Lagerhalle brannten Hartfaserplatten. Beim Eintreffen der ersten Kräfte drang dichter Qualm aus der Lagerhalle. Auf einer Länge von 30 Metern schlugen Flammen aus dem Gebäude. Die Einsatzkräfte versuchten zunächst, das Feuer unter Vornahme von drei C-Rohren sowie einem Wenderohr über eine Drehleiter zu bekämpfen. Um einen Innenangriff zu ermöglichen, öffneten die Kameraden mit einem Trennschleifer das Rolltor. Aufgrund der enormen Hitze und des starken Rauchs in der Halle kamen die Feuerwehrleute nicht bis an die brennenden Platten heran. Deshalb rissen die Einsatzkräfte mit Hilfe der Seilwinde eines Rüstwagens einen Teil der Fassade ein. So war es möglich, die brennenden Hartfaserplatten mit einem Gabelstapler heraus zu transportieren.

Ein Feuerwehrmann erlitt eine Rauchgasvergiftung.

Quelle: Feuerwehrmagazin

- Dachstuhlbrand - Fehlender Atemschutz - ein verletzter FA

In dem brennenden Dachstuhl eines Fachwerkhauses waren Heu, Strohballen und Brennholz gelagert. Mit Hilfe von Leitern versuchten die Feuerwehrangehörigen z. T. unter Atemschutz, das Feuer zu bekämpfen. Um auch die letzten Brandnester zu vernichten, musste die Feuerwehr das glimmende Heu vom Dach herunter ins Freie schaffen und dort ablöschen. Ein Feuerwehrmann musste mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden, er hatte 30 Min. ohne Atemschutz, in einem verrauchten Heuboden gestanden und gearbeitet.

Quelle: Anonym

- Wohnhausbrand - Nachlöscharbeiten - Einsturz - drei verletzte FA

(mkl) Värmlandswägen, Farsta (Schweden). Bei einem Brand in einem Wohnhaus für Behinderte in wurden drei Feuerwehrmänner verletzt. Das Gebäude konnte evakuiert werden, die Bewohner blieben unverletzt.

Das Feuer brach in einem zweistöckigen Wohnhaus aus. Nach einer guten Stunde war der Brand gelöscht. Während der Nachlöscharbeiten stürzte eine Etagendecke ein. Drei Feuerwehrleute wurden verletzt als sie die eingestürzten Gebäudeteile wegräumten. Ein FA verletzte sich an der Schulter, ein anderer im Nacken. Der dritte Feuerwehrmann war mit einem Fuß eingeklemmt und konnte eine halbe Stunde später befreit werden. Er war während der Rettungsaktion bei vollem Bewusstsein. Er erlitt einen Beinbruch und leichte Brandverletzungen am Bein.

Quelle: Anita Sjöblom/Dagens Nyheter

- Gasexplosion - ein verletzter FA

(kd/bl) Lokeren (Belgien). Nach der Alarmierung mit dem Stichwort "Gasgeruch in einem Gebäude" fuhr die örtliche Führungskraft von zu Hause aus direkt zum Einsatzort. Ohne Schutzkleidung betrat die Führungskraft das Gebäude, zusammen mit dem Bewohner. Kurz nach dem Betreten des Hauses kam es zu einer Explosion. Die eintreffenden Einsatzkräfte fanden die beiden Opfer auf der Straße. Der Bewohner wurde lebensgefährlich verletzt. Der Feuerwehrmann erlitt Verbrennungen ersten und zweiten Grades.

Quelle: Belgische Presse

- Wohnungsbrand - ein verletzter FA

Lörrach (BW). Bei einem Brandeinsatz (Wohnungsbrand mit Flammenüberschlag durch Dachgaube auf Dachstuhl) zog sich ein Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr Rötungen (keine Verbrühungen) am Hals und im Bereich der Atemschutzmasken-Dichtlinie zu. Der Vorfall lässt sich nur dadurch erklären, dass durch Arbeiten und Bewegungen unter Atemschutz die Flammschutzhaube (Tesimax, Nomex III) verrutschte und Teile von Hals und Gesicht freigelegt wurden. Der Feuerwehrangehörige bemerkte dies erst nach Einsatzende. Die o. g. Flammschutzhauben, welche noch keinen verlängerten Schal haben, wurden vor etwa 8 Jahren beschafft. Zwischenzeitlich wurde begonnen, auf Flammschutzhauben, Nomex III/Kevlar, Delta C mit verlängertem Halsschutz umzustellen.

Quelle: Karl-Heinz Maenner, Leiter der Feuerwehr Lörrach

- Dachstuhlbrand - Maske verrutscht - ein verletzter FA

Wallenhorst (Nds.). Unter dem Stichwort "Gebäudebrand" wurden die Feuerwehren Wallenhorst und Rulle zu einem Wohnhaus im Wallenhorster Ortsteil Lechtingen alarmiert. Auf der Anfahrt hatte sich der Angriffstrupp der FF Wallenhorst mit Atemschutzgeräten ausgerüstet, um an der Einsatzstelle sofort mit dem Innenangriff zu beginnen. Der Angriffstrupp ging mit Strahlrohr, in das völlig verrauchte erste Obergeschoss, durch das Treppenhaus vor. Beim vorsichtigen Öffnen der Etagentür, fiel dem Feuerwehrmann ein Gegenstand (Rigipsplatte oder Dachpfanne) an den Helm und an die Atemschutzmaske. Die Maske hatte sich hierbei verschoben, so dass der Feuerwehrmann mehrfach Rauch einatmete. Er konnte selbst das Gebäude verlassen und wurde anschließend dem Rettungsdienst übergeben. Der Rettungswagen fuhr den Feuerwehrmann ins Krankenhaus auf die Intensivstation. Nach zwei Tagen konnte der Feuerwehrkamerad das Krankenhaus verlassen. Am nächsten Morgen musste er erneut zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus fahren.

Erkenntnisse aus Sicht des Einsatzleiters

Aus meiner Sicht kann sich so ein Zwischenfall bei jedem Einsatz wiederholen. Bei Feuerwehren die mit Überdrucktechnik arbeiten wäre diesem Feuerwehrmann das gleiche passiert, aber er hätte wahrscheinlich nicht ins Krankenhaus müssen! Sollte die Atemschutzmaske im Einsatz verrutschen ist immer ein Überdruck in der Maske vorhanden, wodurch die Atemluft nachströmt und keine Atemgifte in das Maskeninnere gelangen. Bei der Feuerwehr in Wallenhorst gibt es immer noch Normaldruck- Atemschutzgeräte. Um das Risiko für den Feuerwehrmann zu minimieren, der unter Nullsicht unter Atemschutz arbeitet, wird die Feuerwehr Wallenhorst auf Überdruckgeräte umstellen."

Quelle: Martin Lange (Einsatzleiter, FF Wallenhorst)

- Großbrand - ein verletzter FA

Sinsheim (BW). In einer Lagerhalle brach ein Feuer aus. 150 Kräfte waren im Einsatz. Rund die Hälfte aller Feuerwehrleute war mit Atemschutz ausgerüstet. Trotzdem musste der Rettungsdienst einen Feuerwehrmann mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus bringen.

Quelle: Feuerwehrmagazin

- Großfeuer in Aluminium-Lager - Verpuffung - zwei verletzte FA

Hannover-Kaltenweide (Nds.). Als erste Kräfte eintrafen, stand eine Mehrzweck-Lagerhalle mit Aluminium bereits zum Teil in Vollbrand. Extreme Hitzeentwicklung und schwierige Löschmöglichkeiten durch Reaktion von brennendem Aluminium auf Wasser erschwerten die Arbeiten der Feuerwehr. Im Verlauf des Brandes kam es plötzlich zu einer heftigen Verpuffung, bei der mindestens zwei Feuerwehrleute zu Boden geschleudert und offenbar verletzt wurden. Die Feuerwehr löste Großalarm für weitere Löschkräfte und eine SEG aus. Das THW wurde alarmiert, um große Mengen Quarzsand heranzuschaffen. Eine angrenzende Lagerhalle mit Parafin wurde gekühlt.

Quelle: www.nonstopnews.de (gs)

November 2004 - Wohnungsbrand - ein verletzter FA

(kd/bl) Kortrijk (Belgien). Bei einem Wohnungsbrand erlitten mehrere Bewohner und ein Feuerwehrmann Rauchvergiftungen. Ein Bewohner starb an den Folgen.

Quelle: Belgische Presse

- PKW-Brand in Tiefgarage - sieben getötete und drei verletzte FA

(bl) Gretzenbach (Schweiz). Während der Löscharbeiten in einer Tiefgarage (Baujahr 1989) stürzten Teile der Betondecke ab und begruben 10 Feuerwehrangehörige. Drei Verschüttete konnten gerettet werden, sieben Feuerwehrleute starben. Nach vier Jahren leiden die Geretteten noch immer unter physischen und psychischen Beschwerden. Am 4. November 2008 wurde beim Amtsgericht Olten-Gösgen Anklage eingereicht. Sie richtet sich gegen insgesamt sechs am Bau der Einstellhalle beteiligte Personen. Ihnen wird fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässiges Verursachen eines Einsturzes zur Last gelegt. Bereits in einem Vorbericht vom 31.10.2005 kamen die Sachverständigen zum Schluss, dass der Einsturz der Einstellhalle durch Fehler in der statischen Planung, Fehler bei der Ausführung der Stützenköpfe und eine gegenüber der statischen Planung übermässige Erdüberschüttung mitverursacht worden sei. Dies führte zu einem sogenannten «Durchstanzversagen» im Bereich der Stützen der Betondecke. Bei einer fehlerfreien Planung und Ausführung des Bauwerkes hätte die Einstellhallendecke - so der Schluss der Gutachter - dem Brand standgehalten. Ein Gutachten zur Brandursache des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich lokalisierte einen in der Einstellhalle geparkten PKW als Brandherd.

Quelle: http://polizeinews.ch/page/61007/6

- Küchenbrand - ein verletzter FA

(kd/bl) Oudenaarde (Belgien). Bei der Bekämpfung eines Küchenbrandes erlitt ein Feuerwehrmann Verbrennungen.

Quelle: Belgische Presse