Unfälle in Deutschland im Jahr 2026

(30 verletzte FA)

Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.


- Kellerbrand - extreme Hitze - ein leichtverletzter FA

(tk) Homburg (Saarland). Die Feuerwehr wurde zu einem Kellerbrand mit sehr starker Rauchentwicklung in einem Mehrfamilienhaus alarmiert. Bei Ankunft war der vorgelagerte Treppenraum völlig verqualmt und die Anwohner, denen der Fluchtweg somit abgeschnitten war, standen auf den Balkonen im 1., 2. und 3. Obergeschoss. Eine Teileinheit ging zur Brandbekämpfung im Keller vor. Die weiteren Kräfte leiteten die Menschenrettung über die Drehleiter und Steckleitern an. Teilweise mussten die Anwohner abgehalten werden, in den Rauch zu laufen bzw. von den Balkonen zu springen. Letztlich wurden 28 Bewohner über die Drehleiter und 15 Anwohner über Steckleitern gerettet. Ursächlich für die massive Verqualmung der Fluchtwege, war eine offene Brandschutztür im Keller, welche im verschlossenen Zustand die Flucht über den Treppenraum ermöglicht hätte. Der Brand selbst wurde in einem fensterlosen Kellerraum voll mit Unrat gefunden. Der Brand hatte eine extreme Hitzeentwicklung, so dass sich ein Feuerwehrmann aus dem ersten Angriffstrupp - trotz sehr guter Schutzkleidung - leichte Verbrennungen zuzog. Die Löscharbeiten zogen sich aufgrund des stark hitzebeaufschlagten Kellers und dessen schwerer Zugänglichkeit bis morgens um 4 Uhr hin. Die Einsatzkräfte aus der FF Homburg und der benachbarten Komunen und Hilfsorganisationen haben hervorragend zusammengearbeitet, so dass Verletzte oder sogar Tote verhindert werden konnten.

Quelle: Feuerwehr Homburg

- Wohnungsbrand - ein leichtverletzter FA

(bl) Helmstedt (Niedersachsen). Gemeldet wurde ein Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr. Bei Ankunft des Einsatzleiters schlugen ihm bereits aus mehreren Fenstern die Flammen aus dem Gebäude entgegen. Zwei Personen waren zu diesem Zeitpunkt noch mindestens im Gebäude. Bei Eintreffen der ersten Kräfte wurde umgehend mit der Menschenrettung und Brandbekämpfung begonnen. Zwei Personen wurden mittels Drehleiter aus dem völlig verrauchten 2. OG gerettet. Parallel gingen mehrere Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vor. Es zeigte sich jedoch schnell, dass die massive Brandausweitung auf das gesamte Gebäude übergriffen hatte, so dass ab dem 1. OG die Decken bis durch das Dach durchgebrannt waren. Ein Innenangriff war dann nicht mehr möglich. Auch der Einsatz von zwei Drehleitern (Helmstedt, Grasleben) konnte ein Durchzünden des Dachstuhls hin zu einem offenen Dachstuhlbrand nicht verhindern. Aufgrund des Einsatzverlaufes wurden umgehend weitere Einsatzkräfte nachgefordert. Zwischenzeitlich drohte das Feuer auf die benachbarten Gebäude überzugreifen, dies konnte jedoch mit einem massiven Löschangriff erfolgreich verhindert werden. Die Ortsfeuerwehr Königslutter stellte dennoch eine dritte Drehleiter zur Verfügung, um ggf. sofort reagieren zu können. Die Ortsfeuerwehren aus Wolsdorf, Samtgemeinde Velpke sowie aus Beendorf sammelten sich an der Feuerwehr Helmstedt und stellten weitere Atemschutzgeräteträger zur Verfügung. Durch die Leitstelle Helmstedt-Wolfsburg wurde eine Bevölkerungswarnung über die Warn-Apps geschaltet, aufgrund der starken Rauchentwicklung.

In Summe wurden 5 Personen aus dem Gebäude gerettet, vier Personen wurden ins Krankenhaus transportiert. Eine Person wurde ambulant vor Ort behandelt. Eine Feuerwehrkraft wurde beim Innenangriff leicht verletzt und ebenfalls vor Ort behandelt. Weitere Infos zu Art und Schwere der Verletzungen liegen nicht vor. Vier Katzen konnten nur noch tot geborgen werden. Es wurde ein sogenannter Massenanfall von bis zu 7 Verletzten ausgelöst (MANV7). Auf dem benachbarten Hof "Kramers Gut" wurde sowohl die Betreuung der Betroffenen sichergestellt, als auch die Verpflegung der Einsatzkräfte durch die Verpflegungseinheit der Kreisfeuerwehr Helmstedt und das DRK Kreisverband Helmstedt - SEG Betreuung gestellt. Die Kreisfeuerwehr brachte zudem den Abrollbehälter Atemschutz zur Einsatzstelle, um weitere Atemschutzgeräte vor Ort zu haben. Durch die Ortsfeuerwehr Offleben-Reinsdorf erfolgte die Einsatzhygiene, Reinigen und Aufnahme von kontaminierten Einsatzkleidungen. Die Drohne der Kreisfeuerwehr verschaffte fortlaufend ein Blick von oben mittels Wärmebildkamera. Das THW war ebenfalls vor Ort mit zwei Fachberatern Bau, um die Standsicherheit des Gebäudes zu prüfen. Im weiteren Verlauf wurde zusätzlich das sogenannte ESS (Einsatzstellen-Sicherungssystem) in den Einsatz gebracht. Dieses überprüft mittels Messgeräten permanent Bewegung am Gebäude und warnt die Einsatzkräfte falls dieses einzustürzen droht. Da nicht alle Glutnester mittels Drehleiter erreicht werden konnten, wurde der Feuerwehrkran der Berufsfeuerwehr Braunschweig nachgefordert. Dieser unterstütze die Nachlöscharbeiten. Abschließend wurde durch das THW das Gebäude gegen unbefugtes Betreten gesichert. Das Brandobjekt ist bis auf weiteres unbewohnbar. Die Bewohner und direkten Nachbarn wurden durch die Stadtverwaltung in einem Hotel sowie bei Freunden untergebracht. Bürgermeister Wittich Schobert und 1. Stadtrat Henning-Konrad Otto waren ebenfalls vor Ort und kümmerten sich persönlich darum. In Summe waren bis zu 200 Einsatzkräfte vor Ort. Der Lange Steinweg ist bis auf weiteres vollständig (Personen und Fahrzeuge) gesperrt. Die Einsatzstelle wurde der Polizei übergeben.

Ein großes Dank geht an das Roxy Kino Helmstedt, welches sowohl die Toiletten bereitstellte als auch für Verpflegung mit Snacks aushalf!

Ortsfeuerwehr Helmstedt, Emmerstedt, Barmke, Offleben-Reinsdorf, Grasleben, Königslutter, Kreisfeuerwehr Helmstedt, DRK Helmstedt, THW Helmstedt/Schöningen/Wolfsburg/Gifhorn, Berufsfeuerwehr Braunschweig.

Quelle: Feuerwehr Helmstedt

- Kreislaufproblem nach Einsatzübung im AGT Lehrgang

(tk) Goslar (Niedersachsen). Im Rahmen der Atemschutzgeräteträgerausbildung wurde nach Abschluss einer praktischen Atemschutzübung eine gemeinsame Nachbesprechung durchgeführt. Während dieser klagte ein Lehrgangsteilnehmer plötzlich über Unwohlsein und sackte zusammen. Dabei war er kurzzeitig bewusstseinsgetrübt.

Die anwesenden Ausbilder leiteten umgehend die Erstversorgung ein und betreuten den Teilnehmer bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Nach der Untersuchung durch die RTW-Besatzung war kein Transport in ein Krankenhaus erforderlich. Der Lehrgangsteilnehmer konnte anschließend unter Aufsicht nach Hause gebracht werden. 

Quelle: FTZ Goslar/Thomas Keck

- Großbrand - 13 FA mit Kreislaufproblemen

(bl) Welgesheim (Rheinland-Pfalz). Großbrand. Betroffen war eine Lagerhalle mit rund 100 Tonnen Gewerberestmüll. Das Brandgut wurde mit technischem Gerät aus dem betroffenen Bereich herausgezogen, auf einer Freifläche verteilt und dort gezielt abgelöscht. Der offene Brand ist gelöscht.

Der Einsatz stellte die Einsatzkräfte über viele Stunden vor erhebliche körperliche Herausforderungen. Grund hierfür waren die lange Einsatzdauer, die Rauchentwicklung, die Arbeit unter Atemschutz sowie die hohe Belastung im direkten Einsatzbereich. Im bisherigen Einsatzverlauf wurden 13 Einsatzkräfte medizinisch versorgt, davon insgesamt neun Einsatzkräfte zur weiteren Abklärung in umliegende Krankenhäuser transportiert. Nach aktuellem Kenntnisstand besteht keine Lebensgefahr. Die Einsatzleitung achtet weiterhin auf regelmäßige Ablösung, Ruhezeiten, Verpflegung, Flüssigkeitsversorgung und hygienische Maßnahmen für die eingesetzten Kräfte.

Quelle: Pressestelle des Katastrophenschutzes Landkreis Mainz-Bingen

- Dachstuhlbrand - Durchzündung - ein leichtverletzter FA

(bl) Ratingen (NRW). In den frühen Morgenstunden des 21.06.2026 wurde die Feuerwehr Ratingen gegen 03:45 Uhr zu einem vermuteten Dachstuhlbrand in die Dr.-Kessel-Straße alarmiert. Vorausgegangen war ein schweres Gewitter im Stadtgebiet. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte konnten von außen zunächst keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Im Rahmen der Erkundung wurde jedoch auf dem Dachboden eine starke Verrauchung festgestellt, die sich im weiteren Einsatzverlauf über die gesamte Straße ausbreitete. Während ein Trupp unter Atemschutz zur weiteren Erkundung in das Gebäude vorging, kam es zu einer Brandausbreitung vom Dachboden in ein Büro im ersten Obergeschoss. Dort wurde umgehend die Brandbekämpfung eingeleitet. Kurz darauf kam es zu einem Durchbrand der Dachkonstruktion nach außen und ein weiteres Löschrohr wurde zur Sicherung des Gebäudes vorgenommen. Nachdem das Feuer im ersten Obergeschoss unter Kontrolle gebracht worden war, wurde die Zugangsklappe zum Spitzboden geöffnet und infolge der dabei eingetretenen Sauerstoffzufuhr kam es zu einer Durchzündung des Dachbodens. Hierbei zog sich ein Feuerwehrmann leichte Verbrennungen an beiden Handgelenken zu und musste ärztlich versorgt werden. Zur weiteren Brandbekämpfung wurde die Dachhaut über die Drehleiter großflächig geöffnet. Parallel dazu kamen wechselweise zwei Löschrohre zum Einsatz. Besonders hervorzuheben ist der erstmalige Einsatz eines Notdaches in Ratingen. Dieses wird den Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen durch die Provinzial Versicherung zur Verfügung gestellt. Aufgrund der beschädigten Gebäudehülle und der Wetterlage wurde das Notdach eingesetzt, um Folgeschäden durch eindringendes Niederschlagswasser zu minimieren. Trotz der Durchzündung konnte der Dachstuhl weitgehend erhalten werden. Neben der Brandbekämpfung führten die Einsatzkräfte umfangreiche Maßnahmen zur Wasserschadenminimierung durch. Löschwasser wurde soweit möglich mit Wassersaugern entfernt. Im Einsatz waren der Führungsdienst, die Kräfte der Feuerwache West sowie die Löschzüge Lintorf, Mitte und Tiefenbroich der Freiwilligen Feuerwehr. Zur Unterstützung wurde außerdem die Feuerwehr Erkrath mit einem spezialisiertem Fahrzeug eingesetzt. Insgesamt waren 38 Einsatzkräfte vor Ort. Darüber hinaus waren die Polizei des Kreises Mettmann, der Rettungsdienst der Städte Ratingen und Heiligenhaus sowie die Stadtwerke Ratingen beteiligt. Der Einsatz dauerte von 03:45 Uhr bis etwa 08:00 Uhr.

Quelle: Feuerwehr Ratingen

- Schuppenbrand - Explosion Batteriespeicher - zwei verletzte AGT

(tk) Bentwisch (Mecklenburg-Vorpommern). Laut Polizeimeldung wurde die Feuerwehr zu einem Brand in einem Holzschuppen alarmiert. Offenbar überhitzte der Speicherblock einer PV-Anlage. Während der Brandbekämpfung kam es zu einer Explosion, wobei das Schuppendach wegflog und das Gebäude zusammenfiel. Durch die Explosion wurden drei Feuerwehrangehörige (18, 25 und 31 Jahre), darunter zwei AGT, leicht verletzt.

Quelle: Polizeipräsidium Rostock

- Wohnungsbrand - Vorfall unter Atemschutz

(bl) Dresden (Sachsen). In der Mittagszeit meldeten Anwohner einen ausgelösten Rauchmelder sowie Brandgeruch in einem Wohn- und Geschäftshaus. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war der Flur im zweiten Obergeschoss bereits vollständig mit dichtem Brandrauch gefüllt. Unter nahezu Nullsicht gingen mehrere Trupps unter Atemschutz systematisch durch die Etage, um den Brandherd zu lokalisieren. Die Brandbekämpfung gestaltete sich aufgrund der erheblichen Hitzeentwicklung äußerst anspruchsvoll. Erschwerend kamen die hohen Außentemperaturen und die schwüle Witterung hinzu, die die körperliche Belastung der Einsatzkräfte zusätzlich erhöhten. Mehrere Trupps unter Atemschutz waren im Innenangriff eingesetzt, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Während der Löscharbeiten kam es bei einer Einsatzkraft zu einem Vorfall unter Atemschutz. Der Feuerwehrmann wurde noch an der Einsatzstelle notärztlich versorgt und anschließend mit einem Rettungswagen zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus transportiert. Die genauen Umstände werden derzeit geprüft.

Quelle: Pressestelle Feuerwehr Dresden