Unfälle in Europa im Jahr 2019

(7 getötete und mindestens 74 verletzte FA)

Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.


- Wohnungsbrand - zwei brandverletzte FA

(bl) Aulnay-sous-Bois (Frankreich). In einer Wohnung brach ein Brand aus, in dessen Folge der pflegebedürftige Bewohner verstarb. Zwei Kollegen der Feuerwehr (20 und 21 Jahre) zogen sich Verbrennungen zu. Einer erlitt Verbrennungen 2. Grades am Unterarm, der andere erlitt lebensgefährliche Verbrennungen (60% der Körperoberfläche).

Quelle: Französische Medienberichte und Actu Forces de l'ordre

- Brand an einer Dachgaube - Absturz - ein verletzter FA

(bl) Lehrte (Niedersachsen). Bei Arbeiten einer Dachdeckerfirma ist ein Feuer an einer Dachgaube verursacht worden. Bei den Löscharbeiten stürzte ein 32-jähriger Feuerwehrmann durch die Gaube in den Treppenraum des Wohnhauses. Er zog sich schwere Verletzungen zu. Ein Rettungswagen brachte ihn zur stationären Behandlung in eine Klinik.

Quelle: Polizeidirektion Hannover

- Küchenbrand - Stromschlag - 2 verletzte FA

(reb) Düsseldorf (NW). In der Küche eines Schnellrestaurant kam es zum Brand einer Friteuse. Die Besitzerin versuchte das Feuer vergeblich mit einem Deckel zu ersticken. Ein Trupp konnte das Feuer schließlich mit einem Kohlendioxidlöscher ersticken.

Während der Löscharbeiten kam dieser Trupp in Berührung mit Strom führenden Teilen im Küchenbereich. Beide Feuerwehrmänner konnten die Löscharbeiten beenden, wurden aber anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

Quelle: Feuerwehr Düsseldorf

- Großbrand - Erschöpfungen - 28 verletzte FA

(bl) Heinsdorfergrund (Sachsen). Großbrand in einer Fertigungshalle. Alle Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens konnten das Objekt unverletzt verlassen. Jedoch wurden 28 Feuerwehrleute verletzt. Elf von ihnen wurden in Krankenhäuser gebracht, 17 konnten vor Ort ambulant versorgt werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand zeigten alle der verletzten Kameraden Erschöpfungssymptome, die vermutlich auf die komplexen Einsatzmaßnahmen und die vorherrschende Witterung zurückzuführen sind. Es waren insgesamt rund 350 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk, Landratsamt und Stadt Reichenbach im Einsatz.

Quelle: Polizei Sachsen

- Gebäudebrand - extremes Brandphänomen - 2 getötete und 4 verletzte FA

(bl) Beringen (Belgien). In einem leerstehenden Wohngebäude kam es um 2 Uhr zu einem Brand. Das Gebäude ist der Feuerwehr durch vorhergehende Brandereignisse bekannt gewesen, regelmäßig wurde es von Obdachlosen bzw. Hausbesetzern bewohnt. In der letzten Zeit kam es zu zwei weiteren Bränden in dem Gebäude.

Bei Eintreffen der Feuerwehr waren bereits Flammen von außen sichtbar, Verstärkung wurde angefordert. Das Gebäude ist sehr komplex und aufgrund der vorangegangen Brände mit Holz gesichert. Kurz nach dem Betreten des Gebäudes kam es zu einem extremen Brandphänomen und in dessen Folge zu einem Teileinsturz. Den Teams im Innenangriff wurde sofort ein Evakuierungssignal gegeben, um sich aus dem Gefahrenbereich zu begeben. Leider schafften zwei Kollegen die Flucht nicht selbstständig. Die eingesetzten Suchtrupps fanden ihre beiden Kollegen leblos auf. Die zwei Feuerwehrleute wurden tödlich verletzt.

Zudem wurde ein Feuerwehrmann schwerverletzt und wird gegenwärtig in einem Verbrennungszentrum versorgt. Drei weitere Feuerwehrmänner wurden mit Rauchvergiftungen behandelt, konnten das Krankenhaus jedoch nach kurzer Zeit verlassen.

Der Bürgermeister der Stadt Beringen berichtete, dass sich zum Zeitpunkt des Brandes offenbar keine Personen in dem leerstehenden Gebäude aufgehalten haben. Die Brandursache und der Unfall werden von der Polizei und der Justiz untersucht.

Die beiden getöteten Feuerwehrmänner waren 42 und 37 Jahre alt und waren als Einheit der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt. Beruflich war einer der getöteten Feuerwehrmänner bei der Feuerwehrschule Limburg angestellt und dort als CFBT-Instruktor (vgl. Realbrandausbilder) tätig. Der andere Feuerwehrmann war Berufssoldat.

Alle Kollegen werden durch das eigene Fire Stress Team (FiST) betreut. Neben dieser psychologischen Unterstützung seitens der Feuerwehr unterstützt die Opferhilfe der Polizei sowie der "dienst sociale interventie" (DSI) des Roten Kreuz sagte Zonenkommandant Bert Swijsen.

Medienberichte:

Das Team Atemschutzunfaelle.eu steht den Kollegen in dieser schweren Zeit bei und fühlt mit den Angehörigen. Die beiden Familienväter hinterlassen insgesamt sechs Kinder. Dem schwerverletzten Kollegen wünschen wir eine schnelle und vor allem vollständige Genesung!

Quelle: Pressekonferenz der Feuerwehrzone Süd-West-Limburg

- Kellerbrand - zwei FA mit Kreislaufproblemen

(bl) Düsseldorf (NRW). Brand im Keller einer Doppelhaushälfte um 14.55 Uhr. Während ein Rettungstrupp das Dachgeschoss absuchte, wurde ein Trupp im Keller eingesetzt. Aufgrund der hohen Rauch- und Hitzeentwicklung im Kellergeschoss des Gebäudes, nahm die Suche nach dem Brandherd eine hohe Zeit in Anspruch. Durch die starke Hitzeentwicklung mussten sich die Einsatzkräfte zunächst aus dem Keller zurückziehen und erlitten aufgrund der starken Wärmebelastung leichte Kreislaufprobleme. Durch einen Notarzt wurden die beiden leicht verletzten Kollegen noch vor Ort medizinisch Untersucht. Eine weiterführende Behandlung in einem Krankenhaus war nicht erforderlich - nach einer kurzen Erholungspause konnten sie ihren Dienst fortsetzten. Da eine konventionelle Brandbekämpfung, mit Wasser nicht möglich war, entschied sich der Einsatzleiter die Flammen mit Löschschaum zu löschen. Dabei kamen zwei Schaumrohre zum Einsatz. Gleichzeitig verhinderten weitere Einsatzkräfte ein Übergreifen des Brandes auf weitere Teile des Gebäudes und Nachbargebäude.

Quelle: Feuerwehr Düsseldorf

- Wohnungsbrand - Durchzündung - ein verletzter FA

(bl) Grevenbroich (NRW). Bei einem Brandeinsatz in der Grevenbroicher Südstadt wurde am Sonntagmorgen, 15.9., ein Feuerwehrmann verletzt. In einem Mehrfamilienhaus war eine Wohnung im Untergeschoss in Brand geraten. Der Verletzte war mit einer Kollegin als Angriffstrupp zur Brandbekämpfung im Keller im Einsatz, als es gegen 6:30 Uhr zu einer Durchzündung von Rauchgasen kam. Der Feuerwehrmann wurde dabei von Teilen einer Türe getroffen. Gemeinsam mit seiner Kollegin konnte er sich danach selbst aus dem Gefahrenbereich ins Freie retten. Bei einer ersten Kontrolle durch den Notarzt stellten sich die Verletzungen glücklicherweise als minderschwer dar. Mit Prellungen aber ohne Verbrennungen wurde er zur Kontrolle ins Krankenhaus transportiert. Inzwischen konnte er das Krankenhaus wieder verlassen. Die Feuerwehrfrau im Angriffstrupp blieb unverletzt.

Quelle: Feuerwehr Grevenbroich

- Kellerbrand - zwei verletzte FA (Verbrühung/Kreislauf)

Kellerbrand - zwei verletzte FA (Verbrühung/Kreislauf)(bl) Wolfsburg (Niedersachsen). Am 13.10.2019 wurde die Feuerwehr Wolfsburg um 01:52 Uhr zu einem Kellerbrand in eine Obdachlosenunterkunft alarmiert. Bei Eintreffen konnte ein vollentwickelter Kellerbrand mit einer kompletten Verrauchung des baulichen Rettungsweges sowie einem Flammenüberschlag ins Erdgeschoss durch die Kellerfenster erkundet werden. Aus dem Gebäude mit insgesamt vier Wohneinheiten wurden vier Personen über tragbare Leitern und mittels Fluchthauben über den Treppenraum gerettet. Ein Trupp war mit der Brandbekämpfung im Kellergeschoss beauftragt. Aufgrund der hohen Brandintensität sowie des Mangels einer Entlüftungsöffnung zog sich ein Truppmitglied bei den Löscharbeiten Verbrühungen durch heißen Wasserdampf an der rechten Schulter sowie im Kopfbereich zu. Die Feuerwehrangehörige wurde mit einem Rettungswagen in die zentrale Notaufnahme des städtischen Klinikums transportiert und ambulant behandelt.

Ein Mitglied eines weiteren Trupps, der im weiteren Verlauf bei der Brandbekämpfung im Keller unterstützte, klagte nach Beendigung seiner Tätigkeit über Kreislaufprobleme und wurde vor Ort durch den Rettungsdienst behandelt. Der Feuerwehrangehörige konnte im Anschluss seinen Dienst wieder aufnehmen.

Quelle: Feuerwehr Stadt Wolfsburg

- Gebäudebrand - Explosionen - drei getötete und zwei verletzte FA

(bl) Quargnento (Italien). Kurz vor Mitternacht hatte sich in dem verlassenen Bauernhof eine erste kleinere Explosion ereignet. Als die eingetroffenen Feuerwehrangehörigen mit den Löscharbeiten begonnen hatten, gab es eine zweite, stärkere Explosion. Sie verschüttete Marco Triches (38) und Matteo Gastaldo (46) aus Alessandria sowie Antonio Candido (32) aus Reggio Calabria. Seine Leiche wurde erst gegen 8 Uhr morgens aus den Trümmern geborgen.

Zwei weitere Feuerwehrangehörige sowie ein Polizist wurden verletzt aus den Trümmern geborgen und in Krankenhäuser gebracht. Sie sind außer Lebensgefahr.

Die Explosion wurde vermutlich absichtlich herbeigeführt. Die italienische Zeitung la Repubblica schreibt in ihrer Online-Ausgabe, dass sich die Hinweise auf eine gezielt herbeigeführte Explosion verdichten. So seien in den Trümmern Gasflaschen sowie eine Zeitschaltuhr gefunden worden. Eine erste Hypothese der Ermittler lautet, dass die Explosionen das zum Verkauf stehende Gebäude zerstören sollten und eine der beiden Sprengvorrichtungen versehentlich zu spät zündete und dabei die Tragödie auslöste.

Quelle: Feuerwehr-Magazin

- Gebäudebrand - extremes Brandphänomen - zwei verletzte FA

Gebäudebrand - extremes Brandphänomen - zwei verletzte FA, Foto: Feuerwehr Heidelberg (bl) Heidelberg (Baden-Württemberg). In der Nacht auf den 22.11.2019 kam es im Stadtgebiet von Heidelberg zu einem Gebäudebrand. Gemäß Alarm- und Ausrückordnung traf zunächst der Löschzug der Berufsfeuerwehr, gefolgt von zwei Löschfahrzeugen der Abteilungen Altstadt und Ziegelhausen vor Ort ein. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Person im Gebäude vermisst. Die Wohnungseingangstüre des Vermissten wurde durch die Polizei bereits geöffnet. Das Brandobjekt befand sich in extremer Hanglage mit ausschließlich einspuriger Zufahrtsmöglichkeit. Durch die Hanglage, die fehlenden Wege ums Objekt und den dichten Bewuchs direkt am Gebäude war keine Erkundung der Gebäuderückseite möglich. Das Brandobjekt erstreckte sich über vier Etagen und liegt mit zwei Untergeschossen versetzt am Hang. Zum Zeitpunkt des Eintreffens der Feuerwehr war die Bewohnerin der erdgeschossigen Nutzungseinheit bereits in Sicherheit. In der Maisonettwohnung im Untergeschoss wurde eine Person vermisst.

Die Kräfte der Berufsfeuerwehr gingen sofort mit zwei Atemschutztrupps zur Menschenrettung in die Brandwohnung vor. Zu diesem Zeitpunkt konnte eine Verrauchung aus dem Zugangsbereich der Maisonettewohnung im Untergeschoss sowie eine starke Rauchentwicklung an der Außenseite im rückwärtigen Gebäudebereich festgestellt werden. Während der Bereitstellung weiterer Trupps, unter anderem als Sicherheitstrupp, kam es zu einer schlagartigen Zunahme der Branddynamik mit einhergehender Veränderung von Dichte, Farbe und Ausbreitungsverhalten des Brandrauches mit einer anschließenden Rauchgasdurchzündung.

Der zu diesem Zeitpunkt im Bereich des 1. UG eingesetzte Angriffstrupp war durch die Rauchgasdurchzündung unmittelbar betroffen und konnte sich aus eigener Kraft bis zum Eingangsbereich retten, wo er von weiteren Kräften versorgt wurde. Beim Truppführer hatte bedingt durch die thermische Beaufschlagung bereits die Zersetzung der Schutzkleidung eingesetzt. Aufgrund der massiven Hitzeeinwirkung wurde der Truppführer mittels eines nahegelegenen Standrohres abgekühlt. Der etwas später aus dem Objekt kommende Truppmann (ca. 5 sek) verließ das Gebäude mit großflächig im Bein- und Rückenbereich brennender Schutzkleidung und wurde durch Kollegen mittels eines C-Rohres abgelöscht und gekühlt. Die medizinische Versorgung erfolgte unmittelbar durch den bereits anwesenden Rettungsdienst und Notarzt. Nach den Rückmeldungen der behandelnden Ärzte erlitt der Truppmann schwere Verbrennungen an 5 % der Körperoberfläche. Er wurde zur Behandlung in ein Schwerbrandverletztenzentrum gebracht. Zum aktuellen Zeitpunkt (26.11.2019) sind die Ärzte optimistisch, dass der verletzte Truppmann am kommenden Freitag (29.11.2019) das Schwerstbrandverletztenzentrum verlassen kann.

Der Truppführer wurde aufgrund der Hitzeeinwirkung, eines Sturzgeschehens und einer Schocksymptomatik in eine Heidelberger Klinik eingeliefert. Er konnte nach umfangreichen Untersuchungen und ambulanter Versorgung das Krankenhaus im Laufe des Vormittags wieder verlassen. Der zeitlich bedingten geringen Eindringtiefe des vorgehenden Trupps ist es zu verdanken, dass die Einsatzkräfte nicht noch schlimmer verletzt wurden.

Das Alarmstichwort wurde auf Grund dieses Vorfalls mit dem Stichwort „Atemschutznotfall“ erhöht. Neben der Verständigung weiterer Kräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wurden auch Kräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) alarmiert. Im Verlauf des Einsatzes wurden alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr sowie dienstfreie Kräfte der Berufsfeuerwehr alarmiert.

Nach Bewältigung des Atemschutznotfalls wurde mit insgesamt 6 C-Rohren die Personensuche und Brandbekämpfung wieder aufgenommen. Die vermisste Person wurde daraufhin leblos in ihrer Wohneinheit aufgefunden. Die weitere Brandbekämpfung wurde durch die bauliche Situation, die fehlenden Zugangsmöglichkeiten im Außenbereich und die großen Brandlasten deutlich erschwert.

Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis in die Mittagsstunden. Der durch den Atemschutznotfall betroffene Löschzug der Berufsfeuerwehr und die zum Zeitpunkt der Rauchgasdurchzündung anwesenden Kräfte der Freiwillige Feuerwehr wurden mit dem Eintreffen weiterer Kräfte an der Einsatzstelle abgelöst. Gemeinsam mit den Kräften der PSNV-Teams wurde der Einsatz im Anschluss auf den Wachen analysiert und das Erlebte besprochen.

Insgesamt waren 15 Kräfte der Hilfsorganisationen, 110 haupt- und ehrenamtliche Kräfte der Feuerwehr Heidelberg und 13 Einsatzkräfte der Feuerwehr Leimen im Einsatz. Darüber hinaus waren Vertreter der Stadtwerke Heidelberg aus den Bereichen Strom- und Gasversorgung vor Ort.

Quelle: Feuerwehr Heidelberg (Text- und Bildmaterial)

Bilder:

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