Unfälle in Europa im Jahr 2019

(4 getötete und 63 verletzte FA)

Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.


- Wohnungsbrand - zwei brandverletzte FA

(bl) Aulnay-sous-Bois (Frankreich). In einer Wohnung brach ein Brand aus, in dessen Folge der pflegebedürftige Bewohner verstarb. Zwei Kollegen der Feuerwehr (20 und 21 Jahre) zogen sich Verbrennungen zu. Einer erlitt Verbrennungen 2. Grades am Unterarm, der andere erlitt lebensgefährliche Verbrennungen (60% der Körperoberfläche).

Quelle: Französische Medienberichte und Actu Forces de l'ordre

- Brand an einer Dachgaube - Absturz - ein verletzter FA

(bl) Lehrte (Niedersachsen). Bei Arbeiten einer Dachdeckerfirma ist ein Feuer an einer Dachgaube verursacht worden. Bei den Löscharbeiten stürzte ein 32-jähriger Feuerwehrmann durch die Gaube in den Treppenraum des Wohnhauses. Er zog sich schwere Verletzungen zu. Ein Rettungswagen brachte ihn zur stationären Behandlung in eine Klinik.

Quelle: Polizeidirektion Hannover

- Küchenbrand - Stromschlag - 2 verletzte FA

(reb) Düsseldorf (NW). In der Küche eines Schnellrestaurant kam es zum Brand einer Friteuse. Die Besitzerin versuchte das Feuer vergeblich mit einem Deckel zu ersticken. Ein Trupp konnte das Feuer schließlich mit einem Kohlendioxidlöscher ersticken.

Während der Löscharbeiten kam dieser Trupp in Berührung mit Strom führenden Teilen im Küchenbereich. Beide Feuerwehrmänner konnten die Löscharbeiten beenden, wurden aber anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

Quelle: Feuerwehr Düsseldorf

- Großbrand - Erschöpfungen - 28 verletzte FA

(bl) Heinsdorfergrund (Sachsen). Großbrand in einer Fertigungshalle. Alle Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens konnten das Objekt unverletzt verlassen. Jedoch wurden 28 Feuerwehrleute verletzt. Elf von ihnen wurden in Krankenhäuser gebracht, 17 konnten vor Ort ambulant versorgt werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand zeigten alle der verletzten Kameraden Erschöpfungssymptome, die vermutlich auf die komplexen Einsatzmaßnahmen und die vorherrschende Witterung zurückzuführen sind. Es waren insgesamt rund 350 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk, Landratsamt und Stadt Reichenbach im Einsatz.

Quelle: Polizei Sachsen

- Gebäudebrand - extremes Brandphänomen - 2 getötete und 4 verletzte FA

(bl) Beringen (Belgien). In einem leerstehenden Wohngebäude kam es um 2 Uhr zu einem Brand. Das Gebäude ist der Feuerwehr durch vorhergehende Brandereignisse bekannt gewesen, regelmäßig wurde es von Obdachlosen bzw. Hausbesetzern bewohnt. In der letzten Zeit kam es zu zwei weiteren Bränden in dem Gebäude.

Bei Eintreffen der Feuerwehr waren bereits Flammen von außen sichtbar, Verstärkung wurde angefordert. Das Gebäude ist sehr komplex und aufgrund der vorangegangen Brände mit Holz gesichert. Kurz nach dem Betreten des Gebäudes kam es zu einem extremen Brandphänomen und in dessen Folge zu einem Teileinsturz. Den Teams im Innenangriff wurde sofort ein Evakuierungssignal gegeben, um sich aus dem Gefahrenbereich zu begeben. Leider schafften zwei Kollegen die Flucht nicht selbstständig. Die eingesetzten Suchtrupps fanden ihre beiden Kollegen leblos auf. Die zwei Feuerwehrleute wurden tödlich verletzt.

Zudem wurde ein Feuerwehrmann schwerverletzt und wird gegenwärtig in einem Verbrennungszentrum versorgt. Drei weitere Feuerwehrmänner wurden mit Rauchvergiftungen behandelt, konnten das Krankenhaus jedoch nach kurzer Zeit verlassen.

Der Bürgermeister der Stadt Beringen berichtete, dass sich zum Zeitpunkt des Brandes offenbar keine Personen in dem leerstehenden Gebäude aufgehalten haben. Die Brandursache und der Unfall werden von der Polizei und der Justiz untersucht.

Die beiden getöteten Feuerwehrmänner waren 42 und 37 Jahre alt und waren als Einheit der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt. Beruflich war einer der getöteten Feuerwehrmänner bei der Feuerwehrschule Limburg angestellt und dort als CFBT-Instruktor (vgl. Realbrandausbilder) tätig. Der andere Feuerwehrmann war Berufssoldat.

Alle Kollegen werden durch das eigene Fire Stress Team (FiST) betreut. Neben dieser psychologischen Unterstützung seitens der Feuerwehr unterstützt die Opferhilfe der Polizei sowie der "dienst sociale interventie" (DSI) des Roten Kreuz sagte Zonenkommandant Bert Swijsen.

Medienberichte:

Das Team Atemschutzunfaelle.eu steht den Kollegen in dieser schweren Zeit bei und fühlt mit den Angehörigen. Die beiden Familienväter hinterlassen insgesamt sechs Kinder. Dem schwerverletzten Kollegen wünschen wir eine schnelle und vor allem vollständige Genesung!

Quelle: Pressekonferenz der Feuerwehrzone Süd-West-Limburg

- Kellerbrand - zwei FA mit Kreislaufproblemen

(bl) Düsseldorf (NRW). Brand im Keller einer Doppelhaushälfte um 14.55 Uhr. Während ein Rettungstrupp das Dachgeschoss absuchte, wurde ein Trupp im Keller eingesetzt. Aufgrund der hohen Rauch- und Hitzeentwicklung im Kellergeschoss des Gebäudes, nahm die Suche nach dem Brandherd eine hohe Zeit in Anspruch. Durch die starke Hitzeentwicklung mussten sich die Einsatzkräfte zunächst aus dem Keller zurückziehen und erlitten aufgrund der starken Wärmebelastung leichte Kreislaufprobleme. Durch einen Notarzt wurden die beiden leicht verletzten Kollegen noch vor Ort medizinisch Untersucht. Eine weiterführende Behandlung in einem Krankenhaus war nicht erforderlich - nach einer kurzen Erholungspause konnten sie ihren Dienst fortsetzten. Da eine konventionelle Brandbekämpfung, mit Wasser nicht möglich war, entschied sich der Einsatzleiter die Flammen mit Löschschaum zu löschen. Dabei kamen zwei Schaumrohre zum Einsatz. Gleichzeitig verhinderten weitere Einsatzkräfte ein Übergreifen des Brandes auf weitere Teile des Gebäudes und Nachbargebäude.

Quelle: Feuerwehr Düsseldorf

- Wohnungsbrand - Durchzündung - ein verletzter FA

(bl) Grevenbroich (NRW). Bei einem Brandeinsatz in der Grevenbroicher Südstadt wurde am Sonntagmorgen, 15.9., ein Feuerwehrmann verletzt. In einem Mehrfamilienhaus war eine Wohnung im Untergeschoss in Brand geraten. Der Verletzte war mit einer Kollegin als Angriffstrupp zur Brandbekämpfung im Keller im Einsatz, als es gegen 6:30 Uhr zu einer Durchzündung von Rauchgasen kam. Der Feuerwehrmann wurde dabei von Teilen einer Türe getroffen. Gemeinsam mit seiner Kollegin konnte er sich danach selbst aus dem Gefahrenbereich ins Freie retten. Bei einer ersten Kontrolle durch den Notarzt stellten sich die Verletzungen glücklicherweise als minderschwer dar. Mit Prellungen aber ohne Verbrennungen wurde er zur Kontrolle ins Krankenhaus transportiert. Inzwischen konnte er das Krankenhaus wieder verlassen. Die Feuerwehrfrau im Angriffstrupp blieb unverletzt.

Quelle: Feuerwehr Grevenbroich