Unfälle durch fehlenden Atemschutz im Jahr 2016

(36 verletzte FA)

Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.


- Silobrand - Atemgifte - fünf verletzte FA

(bl) Ludwigsburg (Baden-Württemberg). Brand in einem Silo. Über mehrere Stunden haben rund 15 Tonnen Gerste in einem Silo gebrannt. Das komplette Silo wurde geleert. Fünf Männer der Werkfeuerwehr Nestlé erlitten bei den Löscharbeiten eine Rauchgasvergiftung, einer der Verletzen musste mit dem Helikopter in eine Klinik geflogen werden. Rund 100 Einsätzkräfte der Wehren aus Ludwigsburg, Kornwestheim, Stuttgart und der Bosch-Werkfeuerwehr (mit Hochleistungslüftern) waren an dem Einsatz beteiligt.

Die Männer konnten das vor sich hinkokelnde Getreide nicht so einfach löschen, auch der Einsatz von Schaum brachte keinen Erfolg. Daher habe man sich entschieden, das Silo zu leeren. Mit Atemmasken ausgerüstet gelang es den Feuerwehrleuten, eine Rutsche an den Turm zu montieren, um die brennenden Körner in Container abzuleiten. Bis zum Abend konnte die Wehr so rund zwei Drittel der 15 Tonnen entsorgen.

Quelle: Stuttgarter Zeitung

- Wohnhausbrand - Rauchvergiftung - eine verletzte FA

(gz) Diendorf (Österreich). Bei einem größeren Wohnhausbrand zog sich eine Kameradin eine leichte Rauchgasvergiftung zu. Nach dem ersten Löschangriff unter PA half sie im späteren Verlauf ohne Atemschutz beim Umbau der Angriffsleitungen mit. Vorsorglich wurde die Kameradin vom Rettungsdienst betreut.

Quelle: Bezirksfeuerwehrkommando Tulln

- Großbrand in ehemaligen Hotelkomplex - ein verletzter FA

(tk) Bad Harzburg (Niedersachsen). Bei einem Großfeuer in einer ehemaligen Hotelanlage wurde ein Kamerad verletzt. Er zog sich eine Rauchvergiftung zu und musste eine Nacht stationär überwacht werden.

Er stand mit anderen Atemschutztrupps als Reservetrupp auf dem gebildeten Sammelplatz bereit. Plötzlich nahm die Rauchentwicklung zu. Aufgrund der Wetterlage konnte der Rauch nicht abziehen und zog in den Sammelplatz. Dem betroffenen Feuerwehrmann war es leider nicht schnell genug möglich die Maske aufzusetzen und den Lungenautomaten anzuschließen. Auch ein schneller Rückzug war nicht möglich.

Er konnte am nächsten Tag ohne Schäden aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Quelle: Feuerwehr Bad Harzburg

- Gebäudebrand - erhöhte CO-Konzentration - 18 verletzte FA

(bl) Marktheidenfeld (Bayern). Am späten Mittwochnachmittag ist in einer Wohnung eines Mehrfamilienwohnhauses ein Feuer ausgebrochen. Wie sich vor Ort herausstellte, war das Feuer offenbar in einer Wohneinheit, in der zu Wohnzwecken umgebauten Garage, ausgebrochen. Das Feuer griff schnell auf das gesamte Gebäude über. Erschwert wurden die Arbeiten durch die starke Rauchentwicklung.

Bedingt durch die starke Rauchentwicklung bildete sich im Bereich des Brandortes eine erhöhte Kohlenmonoxid Konzentration. Noch während der Löscharbeiten meldeten sich am Mittwochabend erste Anwohner und Einsatzkräfte mit gesundheitlichen Problemen. Eine medizinische Untersuchung ergab bei mehreren Betroffenen erhöhte Kohlenmonoxid-Werte im Blut. Da mit einer großen Anzahl von Verletzten gerechnet werden musste, wurde gegen 22:15 Uhr der Katastrophenfall ausgerufen. Ein Großaufgebot der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei sperrte den direkten Gefahrenbereich ab. Vier, direkt an den Brandort angrenzende Mehrfamilienhäuser, sind durch die Einsatzkräfte evakuiert worden. Durch die starke Rauchentwicklung bestand die Gefahr, dass sich in den Wohnungen eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration gebildet haben könnte.

Bei mehreren Einsatzkräften der Feuerwehr und zwei Anwohnern konnten erhöhte Kohlenmonoxid Werte im Blut festgestellt werden, die Betroffenen wurden zur weiteren medizinischen Behandlung in Krankenhäuser eingeliefert.

Vor Ort befanden sich zahlreiche Feuerwehren aus dem Landkreis Main-Spessart mit insgesamt 193 Einsatzkräften, der Rettungsdienst mit insgesamt 177 Kräften und die Polizei mit 30 Beamten... . Über die Fachbehörden beim Landratsamt Main-Spessart werden im Laufe des Tages noch weitere Schadstoffmessungen in der Umgebungsluft durchgeführt.

Quelle: Bayerische Polizei, PP Unterfranken

Videobeitrag der Main-Post:

- Brand in Galvanikbetrieb - Rauchvergiftung - acht verletzte FA

(bl) Sternenfels (Baden-Württemberg). Nachdem das Feuer gegen 15.30 Uhr gemeldet wurde, führte die Fortschreitung des Brandes in dem Galvanikbetrieb zu einem größeren Einsatzgeschehen, an dem bis zu 100 Angehörige der regionalen Freiwilligen Feuerwehren sowie des Rettungsdienstes und der Polizei beteiligt waren. Im Zuge der Erstmaßnahmen wurde aus Gesichtspunkten der Gefahrenabwehr der örtliche Weihnachtsmarkt geschlossen und durch Lautsprecherdurchsagen geräumt, ohne dass es zu Panikreaktionen kam. Wegen der über den Ortskern hinwegziehenden Rauchsäule wurde auch aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Letztlich ergaben Messungen der Feuerwehr, dass in dem Brandrauch außerhalb des Gebäudes keine über den eigentlichen Schadstoffgehalt hinausgehenden Gefahrstoffe nachweisbar waren. Bei dem Brandgeschehen wurden insgesamt 8 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr durch Rauch- und Brandgase verletzt. Bei einer vorübergehend im örtlichen Gemeindehaus eingerichteten Untersuchungsstelle meldeten sich 7 Bürger mit Reizungen und wurden ärztlich versorgt.

Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe