Sport in der Feuerwehr

Damals

Blicken wir einmal zurück in die Geschichte der Feuerwehr, vielerorts entstanden die Feuerwehren aus Turnervereinen. Besuchen Sie hierzu auch das Archiv der Stadt Groningen (NL) und bestaunen Sie das Video der Brandweer.

Heute

Die enorme Belastung im Feuerwehrdienst und die sich daraus ergebenden Folgen machen Zahlen einer bundesweiten Erhebung des Arbeitsausschusses des ÖTV-Bundesabteilungsvorstandes Feuerwehr von 1994 deutlich:

Nur 48,8 % erreichen die Altersgrenze!

51,2 % scheiden vorzeitig aus dem Dienst aus:

Für alle Feuerwehrangehörigen muss es daher auch heute noch selbstverständlich sein regelmäßig Sport zu treiben. Nur so kann die Atemschutztauglichkeit dauerhaft erreicht werden. Zudem fördert Sport die Teamfähigkeit, sorgt für Ausgeglichenheit (insbesondere laufen) und wirkt sich positiv auf den allgemeinen Gesundheitszustand aus.

Besondere Gefahren stellen natürlich Arbeiten unter Atemschutz/Chemikalienschutz dar. Das System Mensch-Atemschutzgerät-Schutzkleidung stellt im Idealfall eine Einheit dar, an die im Einsatz höchste Anforderungen gestellt werden, egal ob hauptberuflich oder ehrenamtlich.

Quelle: Arbeitsphysiologische Fallstudie, Fachredaktion Prof. Dr. Dr. Rutenfranz (Dortmund). Die Leistungsgrenzen des Menschen beim Tragen von Atemschutz und Schutzanzug; Aus dem Institut für Physiologie der Freien Universität Berlin, von K. Kirsch und C. Vogt-Kirsch unter der techn. Mitarbeit von H.-J. Wicke; ASP 8/85, Seiten 173-175

Trainingsmöglichkeiten für Feuerwehren

In vielen Wachen existieren Kraft- und Ausdauergeräte die für den Dienstsport genutzt werden. Auf dem Bild sehen Sie den Sportraum der Freiwilligen Feuerwehr Key Largo (USA). In vielen Städten wird den Feuerwehrangehörigen der Freiwilligen- und der Berufsfeuerwehr freier Eintritt in die städtischen Schwimmbäder gewährt (z. B. Düsseldorf). Z. T. werden auch günstigere Verträge mit Fitnessstudios ausgehandelt.

Einen sehr interessanten Artikel zu Dienstsport, Laufsport... findet man in der Brandschutz 9/2001 (Fit im Feuerwehrdienst). Anregungen für Aufwärm- und Stretchübungen geben die Feuerwehr-Unfallkassen mit dem Paket "Fit for Fire". Unter www.firefightersworkout.com findet man ein workout für Feuerwehrangehörige. Zur Verbesserung der aeroben Ausdauer können Sie hier ein Trainingsprogramm der Berufsfeuerwehr Dortmund herunterladen.

In der BF-Grundausbildung ist Sport überall Standard. Nicht selten wird 3x wöchentlich Sport ausgebildet: Vorbereitung auf das Sportabzeichen, Rettungsschwimmen, Lauftraining... Aber was geschieht im Alltagstrott?

Besonders hilfreich sind hier langfristige Projekte, wie z. B. in Salzburg oder Mannheim.

Sportkampagne der Berufsfeuerwehr Mannheim

Die Feuerwehr Mannheim hat sich das Ziel gesetzt eine langfristige und dauerhafte Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit der Feuerwehrangehörigen zu erreichen, bislang mit guten Erfolgen.

Unter www.mannheim.de/feuerwehr finden Sie in der Rubrik "Interessantes" weitere Informationen zur Kampagne.

Sportkampagne Baden-Württemberg: fit for fire fighting - eine Aktion zur Verbesserung der Fitness der Feuerwehrangehörigen

Die Ergebnisse der STATT-Studie "Studie zur medizinischen Belastung von Atemschutzgeräteträgern" haben das Innenministerium mit der Landesfeuerwehrschule, den Landesfeuerwehrverband und die Unfallkasse Baden-Württemberg veranlasst, eine Aktion zur Verbesserung der körperlichen Fitness zu initiieren.

Mit der Aktion "fit for fire fighting" sollen Ausdauersport und gesundheitsbewusste Ernährung ins Bewusstsein der Feuerwehrangehörigen treten und zu einer Verhaltensänderung führen; nicht durch Anordnung sondern aufgrund persönlicher Einsicht und aus "purem Eigeninteresse".

Ziel ist es, innerhalb eines Jahres möglichst viele Feuerwehrangehörigen so fit zu machen, dass sie den 1. baden-württembergischen Feuerwehr-Duathlon locker bewältigen können. 5 Kilometer Laufen oder Walken und 20 Kilometer Radfahren sind die Herausforderung. Ohne zeitliche Begrenzung steht das Mitmachen im Mittelpunkt.

Logo der Aktion ist eine große, schwere, "behäbige" Kugel, die - wenn sie erst einmal in Bewegung gekommen ist - ungeahnte Kräfte freisetzt. Diese Kugel mit dem Signet des DFV steht für die Feuerwehren. Die aus ihr heraustretenden vier "f" stehen für den Slogan der Aktion "Fit For Fire Fightimg". Sie stellen die Verbindung zu den Ursprüngen des Feuerwehrgedankens her: sportlich aktive Menschen zum Schutz vor Bränden einzusetzen.

Ziele:

Für die Aktion "fit for fire fighting" sind folgende Meilensteine geplant:

Sieger wird übrigens nicht die oder der Schnellste sein, sondern die Feuerwehr, die bezogen auf ihre Mitglieder die meisten Teilnehmer stellt. Die Familienangehörigen dürfen selbstverständlich teilnehmen.

Auf der Internetseite www.fit-for-fire-fighting.de gibt´s Trainingstipps und aktuelle Veranstaltungshinweise!

Fit for Fire Fighting, Trainings und Ernährungsbuch

Ein Begleitbuch zu der Aktion erscheint im September 2004. Das Buch enthält viele nützliche Trainings- und Ernährungstipps für die Teilnehmer der Aktion. Es ist aber auch für alle Feuerwehrfrauen und -männer, sowie deren Angehörigen eine lohnenswerte Fundgrube. Das Buch wird gemeinsam mit dem in Gesundheits- und Sportthemen erfahrenen Hampp-Verlag publiziert (bekannt durch die "Pfundskur" oder die "Tour de Ländle").

Werfen Sie doch einfach mal einen Blick in das Inhaltsverzeichnis. Bestellungen können Sie direkt an den Hampp-Verlag richten.

Sportkampagne FF Bavendorf

Das Thema Sport in der Feuerwehr wird immer größer geschrieben. Die Verantwortlichen in den Wehren stehen teilweise alleine auf weiter Flur, wenn es darum geht in den Gemeindeverwaltungen Unterstützung zu finden. Eigeninitiative ist jetzt gefragt!

Auf der letzten Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bavendorf (Landkreis Lüneburg) im Feb. 2004 wurde von den Atemschutzbeauftragten der Gemeinde Thomasburg der Fitness-Wanderpokal gestiftet.

Neben dem Wanderpokal wird eine Stiftungsurkunde ausgehändigt.

Quelle: Joachim Meyer, Atemschutzbeauftragter der FF-Bavendorf

Fit For Fire - Eine Aktion zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit von FA der FUK Nord

(ar) Wie in Fachkreisen inzwischen bekannt sein dürfte, sind FA (vor allem AGT) im Einsatz- und auch Übungsdienst erheblichen körperlichen Belastungen ausgesetzt, die den Organismus z.T. extrem belasten und den Einzelnen schnell an seine Leistungsgrenzen bringen können (vgl. auch STATT-Studie, Sport bei der Feuerwehr).

Von der Feuerwehr-Unfallkasse für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (FUK Nord) wurde 2003 ein Projekt initiiert, das sich zum Ziel gesetzt hat, die körperliche Leistungsfähigkeit der FA (v.a. Kraft und Kraftausdauer) zu verbessern und ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein (u.a. gesunde Ernährung) bei den FA zu entwickeln - Fit For Fire. Mit diesem Projekt wird quasi Hilfe zur Selbsthilfe gegeben, damit Freiwillige Feuerwehren motiviert werden, eigene Aktivitäten zu starten (und auch am Leben zu halten) und somit eine nachhaltige Verbesserung der Fitness der FA zu erreichen.

Das Projekt läuft folgendermaßen ab: Jede Wehr aus dem Verantwortlichkeitsbereich der FUK Nord hat die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Von der FUK wird dann in Zusammenarbeit mit Sportverbänden ein Trainer aus der näheren Umgebung der Wehr gestellt, der mit den Interessierten 15 Wochen lang mindestens einmal wöchentlich für 1 h Sport treibt. Diese "Anschubphase" soll das Interesse der FA wecken und zur weiteren, eigenverantwortlichen Fortführung des Trainings motivieren. Dieser Aspekt der Motivation ist sehr wichtig, da nur Training über einen längeren Zeitraum hinweg die Leistungsfähigkeit signifikant und nachhaltig verbessern kann; kurzzeitige "Hauruck-Aktionen" haben faktisch keinen Effekt.

Bisher nahmen bereits über 130 FF an diesem Programm teil, 85 % von ihnen führten das Training nach der Anschubphase eigenständig weiter. Zusätzlich informierten sich ca. 100 FF durch die FUK über das Themenfeld Fitness und Feuerwehr und führen nun eigene Veranstaltungen durch.

Ein Nebeneffekt des Programms Fit For Fire sind verschiedene Sportveranstaltungen wie z.B. Feuerwehrläufe, die sich im Laufe der Zeit entwickelten. Auch dies hat motivierende Funktion, da man dabei zeigen kann, wie hart man trainiert hat und wie stark man sich verbessert hat.

Weitere Aktivitäten wie z.B. die "Aktion Sportabzeichen 2005", bei der die Feuerwehren belohnt werden, die prozentual die meisten "Deutschen Sportabzeichen" ablegen, tragen ebenfalls zur Langzeit-Motivation bei.

Auch auf die Jugendfeuerwehr wurde das Programm ausgeweitet ("JFFit!"); in Zeiten, in denen immer weniger Kinder und Jugendliche von sich aus sportlichen Aktivitäten nachgehen und Übergewicht (Adipositas) auch bei Kindern immer weiter verbreitet ist, sicherlich ein sinnvoller Ansatz.

Insgesamt betrachtet ist das Projekt "Fit For Fire" konzeptionell sinnvoll angelegt und dazu geeignet, die Leistungsfähigkeit der FA (v.a. AGT) zu verbessern. Damit wird deutlich, dass der Begriff "Prävention" auch derartige Konzepte umfasst. Ähnliche Aktionen, wie z.B. auch "Fit for Firefighting" der Unfallkasse Baden-Württemberg, sollten auch in anderen Bundesländern angeboten werden, da sie direkt die Sicherheit der eingesetzten Feuerwehrangehörigen erhöhen und zu einem gelungenen Einsatzerfolg ohne "Eigenverluste" (seien es Verletzungen oder Schlimmeres) beitragen.

Quelle und Kontakt: FUK Nord, Christian Heinz, heinz@fuk-nord.de